Ging das aber schnell:
Neveldine/Taylor, das Duo, das sich
Crank samt Fortsetzung ausdachte, hat sein Pulver so gut wie verschossen. Ihr dritter Film,
Gamer - wieder fünf Buchstaben; muss das Maximum sein, das man ihrem Publikum zutraut, sich zu merken - wälzt die bekannte Schießwut- und Perversitäten-Kombination weiter, um nach dem letzten Fünkchen Anstand auf dem verschweinigelten Brocken namens Erde zu suchen. Statt
Jason Statham ist es diesmal
Gerard Butler, der die dafür dringend erforderliche verkrampft-entschlossene Miene durch den Film trägt. Ganz nach dem Prinzip von
Running Man oder
Death Race spielt er Kable, einen unter zweifelhaften Umständen Verurteilten und Star jener Show, der die ganze Welt hörig ist. Ein bleicher, von Groupies belagerter Teenie, der ihn durchs Ballerspiel steuert, die Low-Tech liebende Untergrundgruppe, die das System sprengen will (und dabei viel zu sehr an
Johnny Mnemonic denken lässt), eine sensationsgeile, exaltierte
Kyra Sedgwick als Showmasterin und
Amber Valetta als Kables gequälte Frau bzw. Ausziehpupperl für einen grotesk verfetteten Perversling haben alle ihre Rollen in dieser Zukunftsvariante, in der
Die Sims und
Counterstrike mit ein wenig genetischer Fernbedienungshilfe real spielbar geworden sind - und "Dexter"
Michael C. Hall als größenwahnsinniges Softwaregenius nicht nur die Welt versklaven will, sondern auch im sonderbarsten, zugleich lichtesten Moment von
Gamer grundlos eine musicalreife Tanzeinlage liefert.
Obwohl der Film die Merkmale der Onlinewelt manchmal ziemlich clever einbaut - die Verzögerung, bis Kommandos ankommen, zB. - fährt er mit dem optischen Herumwerfen von Schlagwörtern, gewissen unerklärten Erscheinungen und einer Halbwertszeit von fünf Sekunden, was sein Interesse für Figuren betrifft, nicht besonders gut. Ohne die nötige Unernsthaftigkeit funktioniert das System von
Neveldine/Taylor einfach nicht - aber wenigstens konnten sie ihr
Crank-T-Shirt und die auch daraus bekannten Gogos in Plexiglas eigenmarkenfördernd unterbringen...
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