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Dieser geniale kleine Koch

Eine knubbelige Ratte folgt ihrem Schicksal, der größte Küchenmeister Frankreichs zu werden. Grund für PIXAR, einmal wieder zu (be)zaubern.


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Gaumenfreuden mit Thomas Taborsky

In seinem Rattenclan war Feinspitz Remy immer der Außenseiter. Als er aber nach Paris geschwappt wird, direkt vors Restaurant seines großen Chefkoch-Vorbilds Gusteau, wähnt er sich im Paradies. Er schleicht sich in die Küche ein, verfeinert eine Suppe – und krempelt damit das Leben des Küchenjungen Linguini radikal um. Plötzlich wird der nämlich für ein Kochtalent gehalten. Linguini und Remy schließen einen Pakt, und auf geht’s an die Töpfe und Pfannen, immer unter Gefahr, dass der hintertriebene Küchenchef Skinner den Nager entdeckt, und immer in der Furcht, dass der wichtigste und unerbittlichste aller Restaurantkritiker, Anton Ego, einmal vorbeischauen könnte.

©WALT DISNEY PICTURES/PIXAR ANIMATION STUDIOS. ALL RIGHTS RESERVED

Kritik
Obwohl bisher noch niemand in seinen Fernseher oder in eine Leinwand lustvoll verbissen aufgefunden wurde, dürfte nur wenigen entgangen sein, dass Essen medial wieder schick ist. Ein weniger ausgefallenes als in einer Haubenküche, aber eines, mit dem wir trotzdem zeigen können, dass die Globalisierung auf unserem Teller stattfindet – wo also die Melanzanis ruhig im Schwedischen Bauernbrot drin bleiben dürfen.

Ratatouille lässt sich zwar auch vom Sog dieses Trends ziehen, verankert sich aber wie jede PIXAR-Produktion fest in zeitlosen Aussagen: Frisches Essen hui, Tiefkühlkost pfui. Die Kombination machts. Und: Bei Mama schmeckts immer am besten - Fallen jemandem dazu Einwände ein?
Es ist schwierig, zu widersprechen, wenn einem solche Gemeinplätze entgegen geschickt werden, selbst wenn es später dann um die eigene Arbeit geht. Wenn uns, wenn mir der Film erklärt, wie das Werk eines Kritikers aussieht. Das, was er dazu sagt, ist genauso wasserdicht, kann von mir nur widerspruchslos abgenickt werden und ist so grundgültig wie es auf der anderen Seite nur rudimentär berührt, was alles Kritik ist. Das ist es auch, was einen guten massentauglichen Film ausmacht: ohne sich eingehend beschäftigen zu können den Eindruck zu vermitteln, man hätte die Essenz von etwas begriffen. Es ist eine der herausragenden Qualitäten von Ratatouille.

Ebenso erstaunlich ist es, wie nahe die Animation hier ihrem ewigen Ziel rückt: den Unterschied zwischen Trick und Real zu verwischen. Nicht im Sinne von künstlichen Abbildern, sondern erzählerisch. Der Film ist relativ komplex, mit ein wenig Tragik und viel Humor beseelt, zu abgehoben, um eine reine Kinderangelegenheit sein zu können, aber herzlich berührend für alle. Die Pflichtbausteine, die die Kollegenschaft mit sich schleppt, er weiß sie genauso dezent unterzubringen wie er seine Länge durchhält. Kurz, eine gewitzte Angelegenheit, und nicht die neue amerikanische Kinofabel, die uns mit ihrer Allgefälligkeit das Fürchten lehren will.

Zitat
Gusteaus Geist: „Remy, worauf wartest du?“
Remy: „Wird das jetzt so 'ne Art Running Gag mit Ihnen?“

©WALT DISNEY PICTURES/PIXAR ANIMATION STUDIOS. ALL RIGHTS RESERVED