
Drogen, Schicksale, Tränen, Tod – Das unwahrscheinlichste, was diese Ansammlung hervor bringen kann, ist ein Film, der ein zutiefst wohliges Gefühl vermittelt. Seine Hauptfigur benennt sich selbst einmal als letzten seiner Art - jener Bobby Morrow, der im Schock die wunderbare Welt seines toten, älteren Bruders übernimmt, eine Welt, in der er wählen kann, ob er "to Morrow" oder "tomorrow" sieht, wenn er seine Trips auf dem Friedhof neben dem Elternhaus einwirft. Später wird er die Hippie-Haare ablegen und die -Einstellung zum Leben behalten, nicht umgekehrt wie so viele seiner Generation. Denn er liebt weiter, bedingungslos und vorbehaltlos; Ja, über ihn zu sagen, er sei homo-, hetero-, bi- oder einfach nur sexuell: Nichts davon wäre richtig, denn er liebt, und es macht ihn so unendlich glücklich, dass es nur zutreffen kann, wenn zu ihm gesagt wird, er sei ein "seltsames und mysteriöses Geschöpf", "ein Engel".
Dass
Colin Farrell als erwachsener Bobby Morrow besetzt wurde, kommt schlichtweg unerwartet. Nach mittlerweile Jahren von Thrillern und Actionfilmen, gerade, als in Vergessenheit geriet, dass er es jemals gewesen sein könnte, beweist
Farrell aber, dass er ein begnadeter Schauspieler sein kann, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Der Rest des Ensembles assistiert ihm dabei, ein außergewöhnliches Drama über Einsamkeit und Zuneigung zu schaffen, und - wie der Titel schon andeutet - über die Bedeutung des Worts "Zuhause". Besonders sticht dabei
Dallas Roberts heraus, der als Johnny immer wieder das Gefühl vermittelt, wie allein man unter Menschen sein kann. Der einzige Störfaktor in einem sonst rundum einfühlsamen, intimen Streifen sind manch abgedroschene Inhaltskniffe, mit denen
The-Hours-Autor
Michael Cunningham vermutlich einige Situationen ausmalen wollte, den Film aber nur näher zu einem Klischee rückt, das er nicht nötig hat.