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Blickrichtung konstant

Griechenland, Türkei, Russland, Asien: Im Wettbewerb beim Filmfestival Rotterdam findet sich heuer viel Vertrautes - auch so mancher Name.

Kein unbeschriebenes Blatt ist etwa Koktebel: Der jungen russischen Produktionsschmiede wurde in den letzten Jahren viel internationale Aufmerksamkeit zuteil, und damit auch Vasily Sigarev, der unter ihrem Dach Wolfy machte. Sein Zweitling, die düstere Existenzstudie Zhit (Living), ist einer von fünfzehn Langfilmen, die sich heuer beim Filmfestival Rotterdam um einen der drei Tiger Awards bemühen. Konkurrenz bekommt er u.a. von einem ebenfalls nicht unbekannten Duo: Orhan Eskiköy und Zeynel Dogan, die mit On the Way to School eine subtile Doku zu Buche stehen haben, legen mit Babamin sesi (Voice of My Father) ihren ersten Spielfilm vor.

2009 war dem Young Turkish Cinema in Rotterdam ein eigener Schwerpunkt gewidmet gewesen. Die Schau verfolgt aber nicht nur mit letzterem eine langjährige Blickrichtung: Nach Wasted Youth im vergangenen Jahr wird mit L von Babis Makridis auch dem Krisenherd Griechenland wieder der filmische Spiegel vorgehalten. Zugleich ist die Tiger Competition eine Art Werkschau des Festival-eigenen Hubert Bals Fonds: Immerhin ein Drittel der Auswahl erhielt von dieser Seite Unterstützung. Parallel dazu ist Asien wieder einmal stark vertreten: So liefert Lee Kwang-Kuk, vormals Regieassistent des südkoreanischen Autorenfilmers Hong Sang-Soo (The Day He Arrives, Hahaha), mit Ro-men-seu Jo (Romance Joe) sein Debüt ab. Ein weiterer Südkoreaner bringt erstmals 3D in die Tiger Competition: Mulgogi (A Fish).

Beim Parallelwettbewerb für Unter-60-Minüter, den Tiger Shorts, verteidigt indes Österreich seinen Ruf als spannender Ort für Kurzfilmer: Mit Postcard from Somova, Romania von Andreas Horvath und Im Freien von Albert Sackl schafften es gleich zwei heimische Produktionen in die Konkurrenz aus 21 Arbeiten. Deutschland ist in beiden Bewerben mit je einer Koproduktion vertreten.

International Film Festival Rotterdam