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Signale der Revolution

Die Umwälzungen im Mittleren Osten spielen auch beim kommenden Filmfestival in Rotterdam eine übergeordnete Rolle - samt spannender These.

Vergangenen Jänner hatte die Schau spontan auf die tagesaktuellen Ereignisse reagiert, indem sie den ägyptischen Film 678 ins Programm nahm. Diesmal widmet sie dem Gesamtgeschehen in ihrer Sektion Signals einen eigenen Schwerpunkt: Power Cut Middle East. Dabei fällt der Blick zum einen auf Syrien: Das Visual Arts Festival Damascus zeigt als „Exil“-Ausgabe nationales Autorenkino zwischen 1977 und 2002. Kurze, dokumentarische Arbeiten einer neuen Generation von Filmemachern wie Reem Ghazzi, Joude Gorani oder Hazem Alhamwi führen von 2000 in die Gegenwart hinauf, die durch drei Kurzfilm-Sammelprogramme und künstlerische Installationen aus der Region erfasst wird.

Zum anderen wird die These aufgestellt, dass sich die Tahrir-Revolution im jüngeren ägyptischen Filmemachen ankündigte. Zur Untermauerung sind von u.a. Omar Robert Hamilton, Ahmed Khaled und Dina Hamza sowohl eigene als auch fremde aktuelle Arbeiten zu sehen, aber auch Kunst, die sie beeinflusste. Beigestellt sind Power Cut Middle East drei Lectures, die sich mit der Bedeutung der Bilder der Ereignisse in der arabischen Welt befassen. Eine der Vortragenden ist hier Jasmina Metwaly, die am Tahrir-Platz Mosireen, ein unabhängiges Kairoer Medienzentrum, mitinitiierte.

Das Internationale Filmfestival Rotterdam, traditionell die erste große Schau des Jahres, findet 2012 vom 25. Jänner bis zum 5. Februar statt.

International Film Festival Rotterdam