Nur noch bis 1. August haben die Studios Zeit, sich mit den Transportarbeitern zu einigen. Gelingt das nicht, könnten die Folgen ähnlich groß sein wie bei der Arbeitsniederlegung der Autoren vor zwei Jahren.
Irgendwo zwischen 2 und 3 liegt die Lösung - zwischen den 2 Prozent jährlicher Lohnerhöhung, die die AMPTP, die Allianz der Film- und Fernsehproduzenten den Transportarbeitern bietet, und den 3 Prozent, die deren Gewerkschaft fordert. Seit 14. Juni verhandeln die beiden Parteien, ohne eine Einigung erzielt zu haben. Nun läuft die Zeit davon: Der alte Vertrag endet mit 1. August. Kommenden Freitag, den 24., ist zwar ein weiteres Treffen geplant, sollte hier aber keine Lösung gefunden sein, ist zu erwarten, dass die Arbeitnehmerseite auf einer Versammlung am Sonntag für allfällige Streikmaßnahmen votiert.
In Hollywood grassiert daher schon jetzt die Angst vor einem weiteren Arbeitskampf - 2008 war der letzte, damals mit den Autoren, erst nach 100 Tagen ausgestanden gewesen. Theoretisch könnten die Transportarbeiter auch nach Auslaufen des alten Kollektivvertrags unter dessen Konditionen weiterarbeiten - so wie 1988, als sie erst nach zwei Monaten Zuwarten in einen 25-tägigen Streik getreten waren. Praktisch beschäftigen sich allerdings einige Studios schon damit, wie sie den Ausfall ihrer Transporteure kompensieren und vor allem die Streikposten umgehen können. Betroffen sind neben dem mehr als ein Dutzend Filmen, die in und um Los Angeles im August gedreht werden, speziell aber jene Fernsehserien, die auf Studiogründen drehen, und so von Lieferungen und dergleichen abgeschnitten wären. Andere Gewerkschaften können zwar nicht aus Solidarität mitstreiken, schon jetzt machten Stimmen unter Schauspielern und Autoren, darunter Matthew Weiner (Schöpfer von Mad Men), klar, dass sie die Transporteure im Fall der Fälle so gut wie möglich unterstützen würden, so wie man damals beim Streik der Drehbuchschreiber auf deren Solidarität zählen habe können.
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