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Ein japanisches Dorf bekommt Besuch aus der Moderne: Die erste Kinoshita-DVD im deutschen Sprachraum kann leider nicht auf optimales Material zurückgreifen.

ins DVD-Land mit Thomas Taborsky

Zwei kichernde Fräuleins brachten die Farbe ins japanische Kino: Unter den Augen des Bergs Asama sitzt Lily Carmen auf einem Pferdekarren und legt los: „Ich bin ein modernes Mädel aus der Stadt...“. Als Kin ist sie nach Tokio gegangen. Jetzt, nachdem sie dort als Künstlerin berühmt geworden ist - „...Auch wenn ich nicht die Dietrich bin...“ - will sie im Heimatort Urlaub machen, und ihre Freundin Maya Akemi hat sie auch im Schlepptau. Papa ist verzweifelt, die bäuerliche Gegend in Aufruhr, der Schulrektor fürchtet schon das Ende der Kunst. Die ist aber sowieso dahin, denn der gierige Maruju hat dem seit seiner Kriegserblindung verarmten Komponisten Taguchi die Orgel weggenommen. Als Akemi sich beim großen Sportfest blamiert und im Schlüpfer da steht, hat Carmen einen Einfall: Wenn die Leute etwas sehen wollen, dann werden sie fürs Dorf tanzen, so wie in Tokio. Und am Ende werden sie nackt auf der Bühne stehen - denn die beiden sind Varietékünstlerinnen.


Alterserscheinungen

Carmen kehrt heim (Carmen kokyô ni kaeru) ist der erste Film des in Japan verehrten Kinoshita Keisuke, der überhaupt im deutschsprachigen Raum auf DVD erscheint - ein kurzweiliger Nachkriegs-Clash der Zeiten und Generationen, musikalisch ein Wettstreit zwischen Volksweisen, Klassik und dem Swing, den die GIs nach Japan brachten. Ein wenig schade ist es hier schon, dass die Reihe Japanische Meisterregisseure auf Schwarzweiß-Design setzt, denn bei der mittlerweile siebenten Veröffentlichung passen der Look außen und im Menü nicht recht zum Thema Buntheit. Auf eine wenig gebrauchte Abtastvorlage konnte nicht zurückgegriffen werden: Die Farben sind zwar lebendig, darüber staubt und flackert es aber, samt feiner, manchmal mehrfacher Laufstreifen. Auch dem Ton nützt es wenig, dass Dolby Digital dabei steht: Er war Mono, und er ist etwas dumpf bis übersteuert - Knack- oder Knistergeräusche finden sich aber keine. Ideal gelöst wurde zumindest der Layerwechsel: genau in der dramatischsten Pause. Auf absehbare Zeit ist wohl keine bessere Fassung zu erwarten: Wer diesen weitsichtigen Film sein Eigen nennen will, wird die Mankos also verkraften müssen.

Japanische Meisterregisseure 7: Carmen kehrt heim
Länge: 83 Min.
Disk: DVD-9, RC 2
Bild: PAL, Farbe, 1,33:1 (4:3) - Menü: 16:9
Ton: Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache: Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Filmtrailer, drei weitere Trailer zu Filmen aus der Reihe
Booklet zur Gesamtreihe mit neuem Einführungstext über Kinoshita Keisuke liegt bei.
FSK-Freigabe: ab 0


Mehr Infos und Webshop der Produzenten:
 

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