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Franzose im Triadendschungel
(c) Crossing EuropeJohnny Tos Vengeance eröffnete Dienstag abend die Nachtsicht-Schiene bei Crossing Europe 2010. Ein routiniertes Katz und Maus-Spiel mit einem schwermütigen Johnny Hallyday.


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Kritik

Eben erst ist mit Sylvie Testud der erste sichtbare europäische Anteil dieser Koproduktion ausgemacht, schon lautet die Devise: Vollgas. Donnernde Maschinengewehrsalven durch die Haustür. Hereinstürmende Gangster, die mit äußerster Brutalität Mann und Kinder hinrichten. Nur die von Testud verkörperte Irene überlebt. Auf der Intensivstation verspricht ihr der Vater, an den Mördern ihrer Familie Rache zu nehmen.
Er, Costello - ein wortkarger Großstadtcowboy, der mit Trenchcoat, Hut und dunkler Sonnenbrille wie eine Karikatur eines Film Noir-Detektiven wirkt. Ein spätes Geschenk für Frankreichs 68er-Ikone Johnny Hallyday, dem To hier ausreichend Raum für einen ironisch gebrochenen Feldzug gegen Macaos (und Hongkongs) Triadennetz bietet. Hallyday legt seine Rolle pendelnd zwischen urbaner Coolness und endzeitlicher Depression an. Ein Mann, der noch einmal Gerechtigkeit für sich und seine Familie will und dafür sämtliche materiellen Werte aufgibt. Geld und Restaurant des – wie sich später herausstellt – ehemaligen, aber noch immer schussfertigen Agenten gehen an ein von ihm angeheuertes Auftragskillertrio.
© Crossing Europe
Johnny Hallyday nimmt Rache

Das ist der Auftakt zu einem routinierten Johnny To-Actionrodeo, das sich mit trickreich inszenierten Duellen, etwa einem furiosen Licht-Schatten-Schusswechsel im Dunkel eines Waldes, von durchschnittlichem Hongkong-Kino abhebt. Dazu bricht To immer wieder mit dem raschen Rhythmus seines Films, schweisst die so unterschiedlichen Figuren Costello und die drei Gangster zu einem seltsamen Bund zusammen. Dies umso mehr, als der hauptberufliche Koch mit einem dramaturgisch probaten Makel behaftet ist: Seit sich 2 Kugeln in seinen Kopf verirrt haben, leidet Costello an akuter Vergesslichkeit. Daraus entspringen – zum Teil naiv inszenierte Fragestellungen – wie die Sinnhaftigkeit von Gewalt, die stets Gegengewalt hervorruft. Doch Anzeichen von Moralinjektionen sind schnell vergessen, wenn Hallyday sich im Finale einem scheinbar unbezwingbaren Gegner stellt...

Website zum Film:
http://www.vengeance-lefilm.com/_en/vengeance.html