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Filmoperetten im politischen Kontext

Die Werke von Géza von Bolváry stehen im Mittelpunkt einer Retrospektive im Filmarchiv Austria. Eröffnet wird die Werkschau am 5. Februar.

Der in Ungarn geborene Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Géza von Bolváry war von den 1920er bis 50er Jahren als Filmemacher aktiv, wobei vor allem die Wiener Tonfilmoperette zu seinen bevorzugten Genres zählte. Aber auch Stummfilmkomödien, Krimis und Melodramen finden sich in Bolvárys Repertoire.

Das Filmarchiv Austria folgt den künstlerischen Stationen von Bolvárys Leben durch verschiedenste Länder und politische Systeme und präsentiert über 20 Werke des Regisseurs, die in Ungarn, Österreich, England, Frankreich, Italien und Deutschland entstanden sind. Eröffnet wird die Retrospektive mit dem Film Abschiedswalzer aus dem Jahr 1934, der Frédéric Chopins Liebesleben thematisiert. Der zweite Eröffnungsfilm, Ein Lied geht um die Welt von 1958, widmet sich einem düsteren Thema: Er erzählt die Geschichte eines jüdischen Startenors, der in den 1940er Jahren dem Nationalsozialismus zum Opfer fällt.
 
Weiters am Programm steht Bolvárys erste Filmoperette Zwei Herzen im Dreiviertel-Takt aus dem Jahr 1930, die dem österreichischen Schauspieler und Sänger Willi Forst zum filmischen Durchbruch verhalf. Ebenso sind die Musikfilme Zauber der Boheme (1937) und Traummusik (1940) zu sehen. Neben Operettenfilmen zeigt das Filmarchiv Bolvárys politisch konforme Werke aus der Ständestaat- und NS-Zeit, wie Ernte (1936), Mädchenpensionat (1936) und Schicksal (1942).

Die Retrospektive zu Géza von Bolvárys Werk ist von 5. Februar bis 2. März 2010 im Filmarchiv Austria zu sehen.


Filmarchiv Austria: