Die einen gießen Blei, die anderen sehen Jupiter im Zeichen des Rollmops. Wir bei allesfilm sind da ein bisschen treffsicherer, was die zukünftigen Ereignisse betrifft - und präsentieren die Filme, an denen im ersten Quartal 2010 kein Weg vorbei führt.
Das Kabinett des Dr. Parnassus
(7.1.)
Kaum zu fassen: Ende Jänner ist es schon wieder zwei Jahre her, dass Heath Ledger starb - und Terry Gilliam mitten im Dreh seinen Hauptdarsteller verlor. Wie löst das jemand, dem schon mal das ganze Equipment in der spanischen Wüste vom Regen weggespült wurde, und dann noch taktvoll? - Er holt sich Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell, die abwechselnd den Rest der Rolle spielen, und Gilliams Kabinett des Dr. Parnassus eine weitere schräge Note verpassen. Depp, Law, Farrell und Ledger sind der Außenseiter Tony, in den sich die Tochter des berühmten Wanderzirkusdirektors Parnassus verliebt. Leider hat der sie schon einem Anderen verpfändet: dem Teufel. Und der Zahltag, ihr 16. Geburstag, fliegt nur so heran...
A Serious Man
(21.1.)
Einen ihrer bemerkenswertesten Filme überhaupt liefern die
Coen-Brüder heuer ab: den Untergang eines anständigen, kleinlauten Mannes, rund um den gar nichts mehr rechtschaffen ist, angesiedelt Ende der 60er in einem jüdisch geprägten US-Vorstadtviertel.
A Serious Man ist eine perfekt gezirkelte Symphonie schreienden Unrechts - und mit dem praktisch unbekannten
Michael Stuhlbarg erweisen die Coens ein sogar noch besseres Händchen als damals mit
William H. Macy bei Fargo.
Sherlock Holmes
(28.1.)
Wenn sich Guy Ritchie den großen Meisterdetektiv vornimmt, heulen die Puristen: Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Watson schnüffeln und prügeln sich durch die grindigen Straßen des alten London, bekommen handfeste Unterstützung von Rachel McAdams und lassen Dies und Das explodieren. Hauptsache viel, oder?
Up in the Air
(4.2.)
Jason Reitman hat mit
Thank You for Smoking und
Juno eine bisher makellose Filmografie. Auch sein Dritter verspricht einiges. Zuerst einmal nämlich einen Menschen, der einen verpönten Job hat, den er heiß liebt: Ryan Bingham (
George Clooney) ist Spezialist in Sachen Kündigungsgesprächen. Soll jemand in seinem Konzern den Job verlieren, fliegt er hin. Das Leben aus Koffern und in Flugzeugen ist seins, bald wird er sogar die magischen zehn Millionen Meilen gesammelt haben; nur kommt da eine frisch gefangene Azubi (
Anna Kendrick) und tüftelt aus, dass sich diese Gespräche ja auch über Videokonferenz führen ließen - Ryans Dasein ist in akuter Gefahr...
Percy Jackson - Diebe im Olymp
(11.2.)
Langsam müssen wir über den Nachfolger von Harry Potter nachdenken, schließlich lassen sich aus den Rowling-Romanen nur noch die zwei finalen Filme kratzen. Chris Columbus, heftig an den ersten Potters beteiligt, versucht es mit einem Teenager, der erfahren muss, dass sein Papa ein griechischer Gott ist - und urplötzlich einen Haufen neuer Feinde hat: Der Blitz von Göttervater Zeus ist nämlich weg, und Percy wird verdächtigt. Suchen und dabei nicht draufgehen, heißt die Devise.
Wolfman
(11.2.)
Der Werwolf-Vampir-Hype ist in vollem Gange: Nach dem Mitternachtszirkus (7.1.) versucht sich im Februar ein grimmiger Horrorthriller mit
Benicio Del Toro,
Emily Blunt,
Hugo Weaving,
Anthony Hopkins und
Geraldine Chaplin an einer einsamen Gemeinde, in der ein grausames Wesen blutig wütet. Könnte das vielleicht mit dem Verschwinden des Bruders von Lawrence Talbot zu tun haben, der in sein Dorf heimkehrt, um dem auf den Grund zu gehen?
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| Bisschen London-lastig, dieser Winter, grummelte der Werwolf... |
Valentinstag
(11.2.)
Den sehen wir jetzt wohl auf Jahrzehnte hinaus immer am 14.2. im Fernsehen: Bekannte Gesichter, bis uns schwindlig wird, hat Garry Marshall (Pretty Woman) in seinen Film gepackt, alle feinsäuberlich in Pärchen gruppiert, die sich um den Valentinstag herum finden oder trennen: Tante Julia und Nichte Emma Roberts, Jennifer Garner, Anne Hathaway, McDreamy und McSteamy, also Patrick Dempsey und Eric Dane, Jamie Foxx, Ashton Kutcher, die Jessicas Biel und Alba, natürlich Bradley Cooper, Twilight-Werwolf Taylor Lautner; aus der Disney-Teenie-Anschmacht-Ecke Joe Jonas und Taylor Swift... Wenn das nicht die Geburtenrate ankurbelt!
The Book of Eli
(18.2.)
2043 ist die Welt im A..., und
Denzel Washington trägt ein MacGyver-Büchlein durch die Ödnis, die mal Amerika war, wo alles drin steht, was zur Rettung der Menschheit so nötig ist. Klar, dass jeder postapokalyptischer Despot - und wer sonst könnte unseren spielen als
Gary Oldman - dieses Buch haben will. Hinter dem kampflastigen Film stecken die
Hughes-Brüder, die immerhin so nette Dinge wie
From Hell oder
Menace II Society zu Buche stehen haben.
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| The Book of Eli: Die Welt ist Asche, aber die Sonnenbrille sitzt. |
In meinem Himmel
(18.2.)
Susie, schau mal: Von einem Mädchen, das brutal vergewaltigt und ermordet wurde, und von ihrem persönlichen Himmel aus nun ihre Familie, ihr Städtchen, ihren Mörder beobachtet, erzählt Peter Jackson in seinem Nachfolgeprojekt zu King Kong. Alice Sebold schrieb den Roman, auf dem The Lovely Bones, so der Originaltitel, beruht. Saoirse Ronan, Mark Wahlberg und Stanley Tucci spielen mit.
#9 und Nine
(25.2.)
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| Fergie does Fellini... |
Chaostage an der Kinokasse: Zwei Filme, die Neun heißen, kommen am selben Tag raus, und ein Viertel der Leute wird für den falschen Karten kaufen.
Nummer 9 ist ein düsterer Zeichentrick, produziert von
Tim Burton und
Timur Bekmambetov (
Wächter der Nacht). Mit acht weiteren Gesellen versucht eine Jute-Puppe, jene Maschinen zu besiegen, die vorher die gesamte Menschheit ausgerottet haben.
Der andere,
Nine, ist
Rob Marshalls nächstes glamouröses Musical rund um einen italienischen Regisseur, der alle Hände voll zu tun hat, sein Leben und seine Liebschaften zu managen.
Daniel Day-Lewis umkreisen
Marion Cotillard,
Penélope Cruz,
Nicole Kidman,
Judi Dench,
Kate Hudson,
Sophia Loren und
Fergie.
Shutter Island
(25.2.)
Der vierte Film des Duos Scorsese-DiCaprio ist ein Kriminalthriller in einer gar nicht koscheren Nervenheilanstalt. Auf einer Insel. Die ein Hurrikan von der Außenwelt abschneidet. Auf der ein US-Marshal das Verschwinden eines Patienten untersuchen soll. Und sich bald fragt, ob er nicht selbst plemplem ist. Neben Leo narren in Shutter Island Mark Ruffalo, Ben Kingsley und Michelle Williams den Verstand.
Männer, die auf Ziegen starren
(4.3.)
George Clooney und sein kreativer Buddy Grant Heslov erzählen eine Farce: über einen Reporter (Ewan McGregor), der in einer Bar am Rande des Irakkriegs einen Typen (Clooney) trifft, der Mitglied einer streng geheimen Einheit ist - und ihm die Geschichte erzählt, wie die Amerikaner versuchten, ihre Soldaten im Übersinnlichen zu trainieren. Sicherheitshalber hat man in den Vorspann auch noch „Mehr davon, als Sie glauben würden, ist wahr“ geschrieben.
The Blind Side
(18.3.)
Manche reden schon davon, dass Sandra Bullock dieses Jahr den Oscar bekommen wird. Grund ist eines dieser grundamerikanischen, inspirierenden Sportdramen rund um einen traumatisierten jungen Schwarzen, der, viel zu groß und viel zu ungebildet, von einer wohlhabenden weißen Südstaaten-Familie aufgenommen wird. Sie geben ihm ein Heim, er macht sie zu besseren Menschen, und er wird dereinst ein Star-Spieler in der NFL - die wahre Geschichte von Michael Oher, Offensivspieler der Baltimore Ravens.