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Unter dreißig Felsen
die harte TV-Realität mit Thomas Taborsky
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Manchmal kann man sich nur wundern, was die Amerikaner an der einen oder anderen Serie so toll finden - jetzt mal abgesehen von Lipstick Jungle, das voll von Bettgeschichten und Brustwarzen ist, nicht genug jedoch, um sein erstes Jahr zu überleben. Egal: Hierzulande wird es für eine Weile als Sex and the City-Ersatz herhalten.

Bettgeschichten und Brustwarzen sind international; Wortwitz nicht. Der frisch aus der Taufe gehobene Spartenkanal ZDF neo hat sich trotzdem neben der Drittausstrahlung von Seifenopern, Dokus und Krimis den Anspruch gegeben, eloquente US-Comedy einer interessierten Minderheit zugänglich zu machen. Heißt Seinfeld, heißt 30 Rock. Und da haben wir es wieder, das leidige Problem der Synchronisation: Wie eine Serie eindeutschen, die so tief in der amerikanischen Alltagskultur drin steckt, dass wir all die Seitenhiebe, aktuellen Beobachtungen, das Namedropping, kaum mitbekommen und uns nur am Kopf kratzen, wer da wieder gemeint war? Wie den Teil des Humors verstehen, der von den Stimmen der Schauspieler herrührt? Synchronisation ist das Himmelfahrtskommando des Fernsehens, und spätestens bei den Stimmen geht 30 Rock drauf. Sie sind zu normal – was freilich bei den extremsten Charakteren der Show am meisten stört: Kenneth, dem Laufburschen und Tracy Jordan. Letzterer, ein überdrehter, verhätschelter, pseudo-ghettoisierter, von einer mit Wahnsinn geschlagenen Idee in die andere treibender Comedian ist mit normalem Tonfall nicht viel mehr als ein Typ, der einen Text voller Seltsamkeiten runter liest.

Nein, in Zweikanal-Ton zeigen sie nur Seinfeld. Ich frage mich also nicht, warum sich schon wieder Leute wundern, was die Amerikaner denn an 30 Rock so toll finden.
30 Rock - in Doppelfolgen jeden Mittwoch, 22:30, auf ZDF neo