Man stelle sich vor: G8-Gipfel in Tokyo. Die einflussreichsten Politiker der Welt samt japanischer Entourage diskutieren über Klimawandel und Gegenstrategien zur globalen Erwärmung. Da stürzt plötzlich ein ranghoher Militär in den Sitzungssaal. Die Regierungschefs müssten sofort in ihre Heimatländer aufbrechen. Schnitt. Ein gurkenförmiges Etwas mit roten Augen und zwei Fühlern spielt mit Wolkenkratzern, Autos und Bewohnern der Olympiametropole Sapporo Domino. Ist Ray Harryhausen ans Set von King Kong zurück gekehrt? Aber nein! Unter dem knackigen und Viennale-rekordverdächtigen Titel Girara no gyakushû: Tôya-ko Samitto kikiippatsu holt Japans Cornball-Meister Kawasaki Minoru zum Schlag gegen so ziemlich alles aus, was in (welt)politischer Hinsicht schon tragi-komisch genug ist. Da hüpft der französische Präsi ins Bett mit einer japanischen Dolmetscherin, Russlands Boss streitet sich um ein Mikro-Eiland und das verbitterte Merkel-Imitat ist...äh...irgendwie gar keines. Mit dem Schlachtruf - „They expect me to kick the monster's thing“ tritt der oberste Ami (wer sonst?) einen Wettstreit um die effizienteste Kriegsstrategie gegen das schwerfällige Monster X los, den natürlich keiner gewinnen wird. Weder die Italiener mit altrömischer Taktik, weder die Deutschen mit Gas (!) noch die Japaner mit Atomwaffen (!). Ja, nicht einmal die chinesischen Störenfriede. Minoru, dem filmische Lorbeeren wie Calamari Wrestler, Exekutive Koala und Everyone but Japan Sinks vorausgehen, schleudert seine Feuerbälle gekonnt durch Säulen der Populärkultur und mediale Lügengebäude. Der Retter? Klar, eine götzenhafte Erscheinung aus einem Schrein, um den fanatisierte Jünger herumtanzen, der zu einem goldenen Ritter in Harlekinpatschen mutiert. Spätestens da wird man das Gefühl nicht los, dass die Welt mit einem grünen Gummimonster auch nicht schlechter sein kann als eine mit Kohlendioxid-Belastung. Großer Trash.