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Fernost im Westen
© Einhorn FilmJee-woon Kims „Oriental Western“ ist die audiovisuell bombastische Antwort auf das hiesige Mainstream-Kino. Bunt, laut und vor allem wild!


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Kritik

Man könnte sich die Frage stellen, ob das asiatische Kino durch Kim Jee-wons The Good, the Bad, the Weird endlich auch auf unseren Leinwänden salonfähig werden könnte. Bis dato fristet es bekannterweise immer noch ein Nischendasein. Viel tragischer ist allerdings, dass die seltenen Kinoauswertungen nicht einmal annähernd die Vielseitigkeit, Frische und Brillanz des asiatischen Kinos widerspiegelen, das dem breiten Publikum wohl nur auf Filmfestivals zugänglich gemacht wird. Wenn es dann mal ein Meisterwerk wie Shion Sonos Love Exposure in die hiesigen Kinos schafft, dann nur auf Drängen einer cinephilen Subkultur, denen Namen wie Takashi Miike, Chan-wook Park und eben Jee-woon Kim keine Unbekannten darstellen.
Sergio Leone lässt grüßen...

In der Tat ist dieser Jee-woon Kim in Südkorea ein absoluter Star, wird von Kennern des koreanischen Kinos aber durchaus zwiespältig aufgenommen. Wie kein Zweiter zelebriert er in The Good, the Bad, the Weird das koreanische Mainstream-Kino – mit all seinen Stärken und Schwächen. Die sehr dünne Story um drei Ganoven und der Suche nach einem geheimnisvollen Schatz wird hier lediglich als Aufhänger genommen, um ein reinrassiges Actionspektakel mit viel Eye-Candy zu inszenieren. Eye Candy ist hier nämlich genau das richtige Stichwort: Denn das farbenfrohe Setting und die flott-inszenierten Actionsequenzen, vor allem zu Beginn und Ende des Films, sind schon alleine das Eintrittsgeld wert. Daneben ist es aber vor allem das Spiel des herausragenden Hang-so Hong (Memories of Murder, Lady Vengeance) als „Weird“, der dem Film diese spielerisch-unberechenbare Art verleiht, die asiatisches Kino so einzigartig macht.

Also ja, in seinen besten Phasen unterhält The Good, the Bad, the Weird wie kaum ein anderer Film, muss außerhalb der Actionsequenzen allerdings mit einigen Längen kämpfen, da die Handlung hier einfach viel zu nebensächlich und unbedeutend erscheint. Und selbst wenn The Good, the Bad, the Weird reines Mainstream-Kommerz-Kino ist, so versprüht seine innovative und adrenalintreibende Inszenierung und seine schrulligen Figuren genug Flair eines Kinos, das so nur aus Asien kommen kann. Somit bringt sich The Good, the Bad, the Weird mit seinem bombastischen „Asien-Light“-Mix in die richtige Ausgangslage, um der Ausgangsfrage durchaus positiv entgegenzutreten. Die endgültige Antwort kann jedoch nur das Publikum geben.

Offizielle Website zum Film:
http://www.goodbadweird-derfilm.de/