"Modern Way" lautet ein Titel der Brit-Rock Gruppe
Kaiser Chiefs. Ein modernes Kulturphänomen ist
Stephenie Meyers Bis(s)-Romanserie ganz gewiss: Über 17 Millionen verkaufter Exemplare weltweit sprechen eindeutig für sich. Wie bei vielen großen Romanen lastet auf der Verfilmung von
Twilight weniger ein finanzieller Druck, denn z.B. an den US-Kinokassen zeigte sich, dass der Film quasi ein Selbstläufer ist. Nein, viel mehr ist es der kreative Druck der Millionen von Teenies, die dem Film euphorisch entgegenfiebern und die Tage bis zum Kinostart abzählen, der für solch ein großes Projekt eine künstlerische Belastung darstellen könnte.
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| Ich schau dir in die Augen, Kleines! |
Regisseurin
Catherine Hardwicke macht in
Twilight das einzig Richtige: Sie verleiht dem Film einen individuellen Stil. Ihrer jahrelangen Vergangenheit als Produktions-Designerin hat der Film seinen kühlen, blau-grauen Look zu verdanken, der ihm die nötige mystische und düstere Atmosphäre verleiht. Wunderbar untermalt wird das Ganze vom stimmungsvollen Soundtrack. Treibendes Element des Films ist jedoch die Liebesgeschichte zwischen Isabella und und dem jungen Vampir Edward. Hier punktet
Hardwicke mit ihrer sehr offenen Art, die Leidenschaft und sexuelle Energie, die der unerfüllten Liebe zu Grunde liegt, stilvoll aufzufangen.
Kristen Stewart wurde als Bella hevorragend besetzt und überzeugt sowohl in den sinnlichen Liebesszenen als auch in ihrer Darstellung der pubertären Highschool-Schülerin, die nach Beständigkeit in ihrem Leben sucht.
Einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt hauptsächlich die Dramaturgie des Films.
Twilight wirkt teilweise wie ein Serienpilot: Die Hauptcharaktere werden eingeführt, ein erster Konflikt gemeistert, Hintergründe zum Großteil nur angeschnitten. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass der Film nur das erste Appetithäppchen ist. Der erste Gang bzw. die Fortsetzung folgt jedoch nicht in der nächsten Woche, sondern als kostenpflichtiger Kinobesuch Ende 2009. Dann allerdings ohne Regisseurin
Catherine Hardwicke, die um mehr Zeit gebeten hatte und vom Studio daraufhin ersetzt wurde. Kunst vs. Wirtschaftskrise; wohl nicht das letzte Mal in diesem Jahr.