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Die Joker Show!
© 2008 Warner Bros. Ent. Endlich ist er da! Die lang erwartete Comic-Verfilmung von Christopher Nolan hält, was der Hype verspricht und wird mit Leichtigkeit für den cinephilen Gesprächsstoff des Sommers sorgen.


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Die Münze wirft David Rams

Kritik

Im Grunde müsste man sich in den letzten Wochen vor dem Start zu The Dark Knight medial abkapseln. Ständige Meldungen über Box-Office-Rekorde, die derzeitige Nr. 1 bei der Internet Movie Database und enthusiastische Kritiken allerorts lassen die Erwartungshaltungen schier ins Unendliche steigen. Sicherlich nicht ohne Grund: Schließlich bewies Regisseur Christopher Nolan bereits mit Batman Begins, dass er einen völlig anderen Weg gehen wird, als es z.B. ein Tim Burton getan hat. Er versucht die Mechanismen von Gotham City und seiner Hauptfigur Bruce Wayne so realistisch wie möglich zu zeichnen, ohne die Comic-Wurzeln seiner Geschichte zu vernachlässigen. Das Risiko, seine eigene Hauptfigur und die Faszination des Comichaften durch diese Vorgehensweise zu entmystifizieren, konnte Nolan mit Bravour umgehen.

Batman (Christian Bale) im Kampf gegen den personalisierten Terror
 

The Dark Knight setzt direkt nach Batman Begins an. In einem spektakulären Banküberfall wird uns das neue Gesicht des Bösen in Gotham präsentiert: Der Joker. Man kann sich kaum dagegen wehren, sich einige Gedanken bezüglich des tragischen Ablebens von Heath Ledger zu machen, jedoch schmälert dies in keiner Form die beinahe unglaubliche Leistung von Ledger. Er ist Anarchie und Terror in Reinform. Seine letzte Rolle verkörpert er mit solch einer Leidenschaft, solch einer explosiven Mischung aus Wahnsinn, Terror und Genialität, dass jede Szene mit ihm auch lange nach dem Kinobesuch im Gedächtnis haften bleibt. Seine Bedeutung für den Film geht jedoch weit darüber hinaus. Regisseur Nolan, der mit seinem Bruder Jonathan auch das Drehbuch verfasst hat, verleiht dem Joker eine ideologische Note: Er ist die dunkle Seite von Gotham City. Seine Anwesenheit symbolisiert eine neue Form des Terrors, doch ohne den Batman könnte er in dieser Welt nicht existieren.

In das Schema einer Comic-Verfilmung will The Dark Knight so gar nicht rein passen. Dafür gehen seine Themen viel zu sehr auf die Auswirkungen einer Gesellschaft ein, die von Angst und Terror geplagt ist. Irgendjemand hat in diesem Zusammenhang mal die Bezeichnung „Post – 11.09. - Film“ gebraucht, und es erscheint mir in diesem Fall sogar sehr angemessen. Die Fülle an Themen, die The Dark Knight im Verlauf des Films anschneidet, ist so vielfältig und zahlreich, dass es beim ersten Kinobesuch kaum fassbar scheint. Dennoch legt er trotz seiner stolzen Laufzeit von 2,5 Stunden ein enormes Tempo vor, gepaart mit einer durchgehenden, sehr bedrückenden Atmosphäre. Gerade in diesem Punkt unterscheidet sich The Dark Knight stark von seinem Vorgänger: Momente der Einkehr und Hoffnung, wie die wunderbaren Flashbacks aus Bruces' Jugend, fehlen einfach gänzlich.

Der Wahnsinn steht dem Joker (Heath Ledger) ins Gesicht geschrieben

Vom schauspielerischen und technischen Standpunkt her gibt es absolut nichts auszusetzen. Besonders der gelungene Schnitt ist herauszuheben in einer Präsentation, die nur mit dem Wort „spektakulär“ zu beschreiben ist. Die Darstellerriege wurde mit Aaron Eckhart als Harvey Dent ergänzt, der wunderbar in die Rolle des heldenhaften Staatsanwalts von Gotham passt. Die Auswechslung von Katie Holmes als Rachel, die nun von Maggie Gyllenhaal übernommen wurde, tut dem Film sichtbar gut und führt einem nochmals deutlich vor Augen, dass Holmes definitiv eine Fehlbesetzung war. Ein kurzes Wort noch zu Christian Bale: Er gibt in der Rolle von Bruce Wayne / Batman eine wirklich sehr gelungene Leistung ab.

Bei allem Enthusiasmus sollte man dennoch auf die Schwächen von The Dark Knight eingehen. Diese betreffen am ehesten seinen Macher Christopher Nolan. Zeitweise hat man das Gefühl, dass Nolan einfach zuviel wollte. Er packt so viele Figuren, Nebenplots, Doppeldeutigkeiten und Storytiefe in diesen Film, dass der Zuschauer kaum Zeit zum Reflektieren oder zum „Verdauen“ des Gesehenen hat. Von einem Höhepunkt zum Nächsten hetzt der Film in kürzester Zeit. Besonders die emotionale Bindung kann sich angesichts der bedrückenden Atmosphäre und des hohen Tempos kaum entfalten, was in mancher Szene leider ein ziemliches Manko darstellt. Dennoch muss man Nolan und allen Beteiligten enormen Respekt zollen: Solch einen vielschichtigen Blockbuster-Film hat man im Kino wohl noch nie gesehen. The Dark Knight ist letztendlich das erhoffte Spektakel geworden und noch viel mehr: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Film beim wiederholten Anschauen noch wachsen können. Auch so verbleibt er als der beeindruckendste Film des Kinosommers, den man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte.

Offizielle deutsche Webseite zum Film :
http://wwws.warnerbros.de/thedarkknight/