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| Brandan Fraser in Aktion |
Im dritten Teil der Mumien-Saga ist vieles gleich geblieben und einiges anders geworden. Wie schon in den ersten beiden Abenteuern jagt
Brendan Fraser als Rick O’Connell in heldenhafter Manier den rach- und herrschsüchtigen Despoten, der nach zweitausendjähriger Ruhe im Wüstengrab wieder als Mumie das Tageslicht erblickt. Und wieder sind es die mehr oder weniger unwissenden amerikanischen Archäologen, die den Untoten unabsichtlich erneut zum Leben erwecken.
Eine Neuigkeit in Teil drei ist dagegen der Ort des Geschehens, denn diesmal wird nicht in Ägypten, dem traditionellen Heimatland der Mumien, sondern im fernen Osten gegraben. Kein Wunder also, dass Die Mumie 3 eher wie ein Material Arts-Streifen beginnt und mit einigen ästhetisch ansprechenden Kampfszenen bestückt ist. Die Rolle der wiedererweckten Mumie gibt diesmal Kampfkunst-Akteur Jet Li, der es sich als machtorientierter chinesischer Kaiser zum Ziel gesetzt hat, die Herrschaft über das Reich der Mitte zu übernehmen. Mit einem Fluch belegt, verwandeln sich der Kaiser und seine Heerscharen in die legendäre Terrakotta-Armee und fristen im Grabmal des Kaisers ein regungsloses Dasein, bis sie von niemand geringerem als Ricks Sohn Alex wieder ausgegraben werden. Im Gegensatz zu seinen Eltern sind die Jahre an dem O’Connell-Spross nicht spurlos vorüber gegangen und aus dem Kind in Teil zwei der Mumien-Reihe ist – wie nicht anders zu erwarten – ebenfalls ein Archäologe geworden. Damit ist Alex aber nicht der einzige in der Familie, der seit dem letzten Film eine gravierende Veränderung durchgemacht hat. Weit absurder erscheint die Metamorphose seiner Mutter, denn die Rolle von Evelyn O’Connell, in den ersten beiden Abenteuern mit Rachel Weisz besetzt, wird diesmal von Maria Bello dargestellt. Doch der optische Wandel des weiblichen Familienoberhaupts scheint weder Ehemann noch Sohn wesentlich zu stören, immerhin wird die Besetzungsänderung weder angesprochen noch erklärt.
Weitaus weniger kreativ als die Besetzung ist bei Teil drei die Handlung ausgefallen. Zwar tauchen neue Feinde und Verbündete, darunter sogar ein paar weißpelzige und völlig deplatziert wirkende Yetis, auf, ansonsten ist das Geschehen den beiden Vorgänger-Filmen nicht unähnlich. Wieder versuchen die O’Connells die äußerst wandlungsfähige Mumie von ihrem Vorhaben – die Herrschaft der Welt zu übernehmen – abzuhalten und liefern sich dabei wilde Schlachten mit den reanimierten Soldaten des Drachenkaisers. Den emotionalen Nebenhandlungsstrang bildet dabei das gespannte Vater-Sohn-Verhältnis zwischen Rick und Alex, wobei sich unweigerlich ein Vergleich mit dem dritten Teil von Indiana Jones aufdrängt. Wie schon Indi und Vater legen auch Rick und Alex ihre innerfamiliären Konflikte bei, nachdem sich der Vater heldenhaft für den Sohn geopfert hat und dann durch einen Schluck aus der Quelle des ewigen Lebens doch dem Tod entrinnen kann. Dass dabei die Figuren mit ihren klischeehaft heroischen Verhaltensweisen allesamt etwas flach wirken und nur wenig Sympathie hervorrufen, ist einer der negativen Nebeneffekte der zu sehr an den Special Effects aufgehängten Handlung.
Alles in allem hat Die Mumie 3 – Das Grabmal des Drachenkaisers wieder ihre humorvollen und unterhaltsamen Momente, wenn auch die Handlung wenig Innovatives bietet. Gerade die Schlachtenszenen sind etwas langatmig ausgefallen, so dass vor allem die letzten 30 Minuten unter einem starken Spannungseinbruch leiden. Für Kampfsport-Fans, Hobby-Archäologen und Freunde von optischen Special-Effekten ist der Film – vor allem in der ersten Hälfte – trotzdem eine Entdeckung wert.
Jonathan: „I hate mummies. They never play fair.“