Auf über 200 Folgen brachte es die Kult-Mystery-Serie der neunziger Jahre und widmete sich so ziemlich allem, was der übersinnliche Markt hergibt: Verweichlichte Vampire mit strahlenden Augen, Nest bauende Kannibalen, außerirdische Wesen und intelligente Wurmparasiten, mutierte kleine Bienen, große Mutanten ...
Kaum etwas wurde da ausgelassen - auch nicht das Thema Hellsehen. Mehrmals durfte ein solches Medium die Skepsis der rationalen Scully und die Bewunderung des glaubenswilligen Mulder auf sich ziehen. Im zweiten Kinofilm ist es der pädophile Pater Joseph (
Billy Connolly), der Schreckliches sieht. Morde geschehen, junge Frauen werden verschleppt, und das FBI vermisst seit kurzem eine Kollegin. Und da die Zeit knapp und Not am Mann ist, frisst der Teufel FBI die sprichwörtliche Fliege des Irrationalen und beordert Ex-Agent-Mulder zur Einsatzbesprechung. Der ist aber nicht auffindbar, hat mit dem FBI nach auswuchernden Konflikten abgeschlossen, was seine ehemalige Kollegin Dana Scully auf den Plan ruft. Sie, mittlerweile wieder Ärztin und medizinische Idealistin im Glaubenskrieg mit sich selbst, stöbert den verwilderten Fox Mulder auf und bringt ihm zum FBI - und schon ist das berühmte Ermittlerduo wieder vereint.
Gemeinsam gehen die Comeback-Ermittler auf eine Schnitzeljagd, die sie auf die Spuren eines modernen Frankensteins, einer Truppe homosexueller Russen und politischen Mysterien bringt.
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| Mulder und Scully wieder bei der Arbeit |
Chris Carter hat nicht gerade das beste Script für das Revival der X-Akten vorgelegt. Die Dimension des Unglaublichen ist im Gegensatz zum ersten Kinofilm auf ein überschaubares Repertoire geschrumpft, wirklich große Spannungsmomente gibt es kaum. Zudem kämpft der Film mit Sinnlücken, über die man nicht immer hinwegsehen kann. Auch Hellseherwunder Connolly bleibt im Vergleich zu Seriengrößen wie
Brad Dourif ein laues Lüftchen, zumindest was Überzeugungsgabe und Ausstrahlung betrifft.
Unterm Strich ist
AKTE X - Jenseits der Wahrheit
ein eher einfallsloser Film, der nicht an die Qualität der Serie heranreicht. Positiv anrechnen muss man Carter, dass er die Charaktere Mulders und Scullys geschickt ins Zentrum rückt und auch die halbromantische Beziehung zwischen den gegensätzlichen Agenten erfrischend unsentimental erweitert.
Fans werden sich von einem Kinobesuch des Films nicht abbringen lassen. Akte-X-Neuinteressenten sei der Einstieg in die Serie anno 1993 auf DVD angeraten, wo die Mystery-Welt noch mehr Spaß machte.