Seine Herkunft ist sein Metier. Vielleicht lässt sich so am besten
Mike Leighs Werdegang als Regisseur beschreiben. Schließlich kommt Leigh selbst ursprünglich aus der Londoner Arbeiterklasse und hat seine Bindung zu dieser nie verloren. Gerade deshalb stellt sich beim Ansehen von
Happy-Go-Lucky der Eindruck ein, einen typischen „Leigh“ zu sehen, auch wenn die Atmosphäre deutlich gegenüber seinen früheren Werken abweicht. Eine Komödie hatten die wenigsten vom Meister des „realistischen Dramas“ erwartet. Doch auch mit
Happy-Go-Lucky beweist Leigh sein Gespür für die Inszenierung ungewöhnlicher Figuren in einer glaubwürdigen Umgebung. „Gute Laune Kind“ Poppy mit ihrer kindlichen Faszination wird von
Sally Hawkins fantastisch dargestellt und brachte ihr zurecht den Silbernen Bären bei der diesjährigen Berlinale ein.
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| Poppy (Sally Hawkins) wirbelt ihren Fahrlehrer (Eddie Marsan) ordentlich auf |
Leigh zeigt dabei die Probleme seiner Figuren. Er selbst erlaubt sich kein moralisches Urteil. Trotz aller guten Laune bleiben einem vor allem die Szenen im Gedächtnis, in denen Poppy durch ihr Umfeld mit sich selbst konfrontiert wird, die dabei so unverblümt und realistisch daherkommen, wie man es sich im Kino noch viel öfter wünschen würde. Dass Leigh zunächst als Schauspieler beim Theater gearbeitet hat, wird in diesem Hinblick mehr als deutlich.
Happy-Go-Lucky schafft es mit seiner „unbeschwerten Art“ und seiner hervorragenden Hauptdarstellerin sowohl zu unterhalten als auch mit seiner subtilen Kritik zum Nachdenken anzuregen.