Am Ende der sechsten und letzten Staffel sahen wir Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte allesamt glücklich und auf ihre Weise mit einem Happy End für jahrelanges Singlewüten belohnt – eine Idylle die sich jetzt ändert ...
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Kritik
Schon der Vorspann deutet es an: der Film wird lang, sehr lang - und noch wichtiger, er bricht mit einigen Sex and the City-Traditionen. So darf Fergie von den Black Eyed Peas das Serien-Thema mehr oder minder gelungen neu interpretieren, während uns Carrie (Sarah Jessica Parker) nochmal in aller Ruhe erzählt, wie jede ihrer Freundinnen, einschließlich ihr selbst, ihren Mr. Right gefunden hat. Dort steigt dann auch der Film ein. Den vier toughen Ladys stehen die selben Männer wie zum Serienende zur Seite. Ihr fehlendes Single-Dasein unterbindet aber keineswegs die traditionellen Frauenabende, Klatsch und Tratsch oder ausgedehnte Shoppingtouren – im Gegenteil, mit Mr. Bigs Kreditkarte und einem geräumigen Schrankparadies lässt es sich nun noch viel leichter shoppen.
Etwa für die Länge einer Episode taucht man erneut in ein altbekanntes Sex and the City-Erlebnis, voller Wortwitz, pikanter Sticheleien und entspannend lockerem Humor ein. Dann aber ziehen dunkle Wolken am Filmhorizont auf, und die harte New Yorker Realität holt den Großteil des Damenquartetts ein. Hier kippt der Film in eine langwierige Tragikomödie, in der leider am Ende einige Fragen unbeantwortet und der Schluss unbefriedigender als einst das Staffelfinale bleiben ...
Für die Besetzung von Sex and the City scheint die Zeit fast still zu stehen, denn optisch hat sich kaum jemand verändert – anders als ihre Charaktere. So darf der sonst streichelweiche, dem starken Geschlecht geneigte Anthony (Mario Cantone) ein paar Ecken und Kanten zeigen. Aus Mirandas (Cynthia Nixon) Sarkasmus wird Zynismus und aus Harry Goldenblatt (Evan Handler) wird nun endgültig der immer gut gelaunte Mr. Happy, der kaum etwas zur Handlung beitragen darf. Besonders schlimm hat es jedoch Mr. Big (Chris Noth) erwischt: Er tauscht seine Rolle des Parade-Macho mit weichem Kern gegen den Part des verweichlichten Anti-Helden, der wie ein verunsicherter Statist durch die Story tappst.
Doch bevor der Film harschere Kritik abbekommt als fair wäre: Kommen wir zu den Pluspunkten. Charlotte hat im ersten Sex and the City-Kinofilm ihren bislang besten Auftritt und sorgt für das Gros der witzigen Elemente. Auch Samantha (Kim Cattrall) darf sich nach überstandener Chemotherapie in alter Frische und mit gewohnt deftigem Humor präsentieren. Und Carrie? Sie war eine konstante Persönlichkeit und ist es geblieben.
Fazit: Wenn auch ein wenig lang und melodramatisch geraten, so ist aus dem Sex and the City-Film ein durchaus lohnendes Nostalgieerlebnis mit aufwändigen Sets und viel Mode geworden. Fans der Serie kommen jedenfalls auf ihre Kosten.