Las Vegas hat dem einen oder anderen sicherlich eine Glückssträhne oder einen hoffnungslosen Absturz auf den Boden der Tatsachen beschert; dem geneigten Filmfan einige grandiose Filme und Filmmomente. Sei es der oben zitierte Robert De Niro als Casinochef in Martin Scorseses Epos Casino, das Zusammentreffen der Oceans 11 nach einem geglückten Coup vor dem Bellagio oder die herumstreifende Hand des sympathischen „Pechbringers“ Bernie in The Cooler: So viele bemerkenswerte filmische Momente kann man nur ganz wenigen Orten zurechnen.
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| Der Mentor (Kevin Spacey) und sein cleverer Schüler (Jim Sturgess) |
21 bedient sich einem der interessantesten Glücksspielphänomene der 1990er und kann sich des Interesses der Kinobesucher angesichts des anhaltenden Pokerbooms gewiss sein. In 21 geht es um Black Jack, das beliebteste gegenwärtige Glücksspiel in den weltweiten Casinos. Lange galt der so genannte „Zähltrick“ als Mythos, doch in den 1990ern bemerkte man verstärkt Gruppierungen, die sich durch einen eigentlich nicht verbotenen Trick einen Vorteil gegenüber der Bank verschaffen wollten und teilweise auch konnten. Den Trick visualisiert 21 auf eine spezielle Weise, die jedem auf einfachste Art die Intention dahinter begreiflich macht. Daneben bietet der Film einen interessanten digitalen Look, der - ähnlich der Aufmachung von Michael Manns Collateral - seinem Schauplatz, in diesem Fall Las Vegas, eine eigene, sehr individuelle visuelle Präsentation gönnt. Doch leider bietet 21 nicht viel mehr als optische Spielereien und eine interessante Ausgangsidee, die jedoch schnell in Ungereimtheiten abgleitet. Besonders zum Ende hin wird mal wieder vollends auf eine logische Konsequenz verzichtet, um ein „Crowd-Pleaser-Finale" abzuliefern. Ähnlich wirkt auch der Rest des Films: Charaktere und die Geschichte werden gerade so auf das Nötigste ausgearbeitet, ohne jegliche Form von Individualität, die eigentlich auf der audiovisuellen Ebene gegeben war. Leider bringen Hochglanzoptik und Oberflächlichkeit herzlich wenig, wenn die Geschichte so vorhersehbar ist wie der dauerhafte Verlust im Casino. Selbst ein engagierter Kevin Spacey sorgt nur teilweise für Kurzweiligkeit, denn während der 120 Minuten wünscht man sich des öfteren, selbst im Casino zu sitzen und der Öde des Kinosaals zu entfliehen.