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16 Jahre und sehr sehr cool
Jason Reitman hat zusammen mit Drehbuchautorin Diablo Cody den sympathischsten Film des Jahres gedreht. Wer das übertreffen will, muss sich schon sehr anstrengen.


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Geschwängert von Markus Steiger

Juno ist erst 16 und schon schwanger. Auch ihr „Freund“ Paulie ist noch weit davon entfernt, als Erwachsener durchzugehen. Deshalb entscheidet sie sich, das Kind nach der Geburt zur Adoption frei zu geben. Als recht schnell das Traumpaar Vanessa und Mark per Anzeige gefunden wird, scheint die Lösung des „Problems“ nahe. Das Leben hat aber wieder einmal seinen eigenen Plan.

Kritik
Jedes Jahr bringt das so genannte Independentkino seinen obligatorischen Hit heraus, der auf CGI und Materialschlachten verzichtet, dafür aber mit geschliffenen Dialogen und hervorragenden Schauspielern punkten kann. In den letzten Jahren konnte man Filme wie Sideways, Little Miss Sunshine oder alle Wes-Anderson-Filme bewundern. Heuer ist es Juno von Jason Reitman,der für Hirn- und Herznahrung sorgen soll.

Und was soll man sagen. Jedes Lob, welches über diesen Film verbreitet wird, stimmt. Juno ist ein derart sympathisches Stück Kino, dass man schon ein harter Hund sein muss, um ihn nicht zu mögen. Natürlich kann man über die Abgeklärtheit des Teenagers Juno (Ellen Page: übermenschlich gut) streiten, sich über die coole Unterstützung der Eltern aufregen oder den typisch unsicheren Nerdfreund der Hauptdarstellerin echauffieren. Dann würde man aber die witzigsten Sprüche und die sehr unaufgeregt, aber trotzdem interessant daher kommende Story verpassen, die diesen Film so sehenswert machen.

© 2007 Twentieth Century Fox
"Die Wind?" - "Na, a Kind!"

Wie Juno ihre Unsicherheit mit extremer Coolness und blitzschnellen Sprüchen überspielt, ist zwar einerseits ob der Altklugheit der Figur etwas unglaubwürdig, aber andererseits der Grund, warum sie sicher die bisher sympathischste Figur in diesem Kinojahr ist. Und auch ihr Umfeld ist nicht auf den Mund gefallen. Junos Vater und Stiefmutter (hervorragend: J.K. Simmons und Allison Janney), sind dermaßen unaufgeregt und schlagfertig, dass man ihnen gerne stundenlang zuhören möchte. Dabei schaffen es Reitman und seine Drehbuchautorin Diablo Cody (Oscar), in nur wenigen Szenen den Charakteren Tiefe zu geben, ohne sie zu Stereotypen verkommen zu lassen.

So verändert sich zum Beispiel die Sicht auf das Vorzeigepärchen Vanessa und Mark im Laufe des Films, subtile Anzeichen für die nicht so heile Welt werden aber schon lange vorher eingestreut. Das ist natürlich auch den hervorragenden Schauspielern zu verdanken, die die Rollen so anlegen, dass eine Gut-und-Böse-Bewertung erst gar nicht möglich wird. Vielmehr handelt es sich hier um ganz normale Menschen, deren Motivationen immer verständlich und nachvollziehbar sind.

Zusätzlich schafft es der Film noch, jede Form von Kitsch schon im Keim ersticken zu lassen, was besonders am Schluss sehr wichtig ist. Deshalb kann Juno schon jetzt zu den fünf besten Filme des Jahres gezählt werden, egal was noch kommt.

© 2008 Twentieth Century Fox