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There Will Be an Oscar
Kann man einen Film drehen, der den Zusehern als riesiges Ölgemälde in Erinnerung bleibt? Man kann. Besser gesagt Paul Thomas Anderson kann das. Und wie.


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Rezipiert von Miriam Daill

Arbeiter und Unternehmer Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist Ende des 19. Jahrhunderts auf der Reichtum versprechenden Suche nach Mineralien und Öl. Bei Bohrungen wird der Vater des kleinen H.W. (Dillon Freasier) von Brettern, die sich vom Bohrturm gelöst haben, getroffen und kommt ums Leben. Daniel Plainview nimmt den Kleinen als Sohn bei sich auf und macht ihn später zu seinem Geschäftspartner. Eines Tages kommt ein junger Mann in Plainviews Büro und behauptet, die genaue Lage einer riesigen Ölquelle zu kennen. Der Hinweis stellt sich als wahr heraus, einzig Eli Sunday (Paul Dano) und seine Familie stehen dem Glück von Daniel Plainview jetzt noch im Weg.

© 2007 by PARAMOUNT VANTAGE, a Division of PARAMOUNT PICTURES and MIRAMAX FILM CORP. All Rights Reserved.

Kritik
„Mächtig“, „wuchtig“, „archaisch“, „brutal“, „ursprünglich“ – Worte, die im Zusammenhang mit There Will Be Blood das Ausmaß der Angelegenheit einfangen konnten. Tatsächlich hat Thomas Andersons Filmvehikel, das zu Beginn der Konzeption beinahe an finanziellen Schwierigkeiten gescheitert wäre, etwas Monströses an sich. There Will Be Blood zu konsumieren ist – um es beispielsweise in einer kulinarischen Dimension zu beschreiben – ungefähr vergleichbar mit einem opulenten Abendmahl à la Hirschragout mit Serviettenschnitten und Preiselbeersauce auf Birne, begleitet von ausgesprochen schwerem Rotwein.

Anderson, der sich seit seinem letzten großen Erfolg Magnolia sehr lange Zeit gelassen hat, um sich an ein neues Projekt dieser Größe heranzuwagen, ging mit diesem vom Plot her eher ungewöhnlichem Film ins Rennen um die (oder eher mehrere) Trophäe(n). Zunächst wusste man das Drehbuch an einen Roman namens Oil! aus dem Jahr 1927 angelehnt. Obwohl There Will Be Blood eher schwer verdaulich ist, straft er sein Publikum trotz der Länge kaum je mit langweiligen und/oder langatmigen Passagen.
Wesentliches Element der Andersonschen Inszenierung ist die Filmmusik. Die eigenwillige und unverwechselbare musikalische Unterlegung des Streifens, die unter die Haut geht, steuerte Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood bei. Schräge Intonationen und extrem intensive Klangbilder geben dem Film seine Persönlichkeit. Zusätzlich wurde aber auch noch im Alltime-Klassik-Keller wie Brahms & Co. aus dem Keller gekramt. Rein optisch setzt Anderson vor allem auf Totalen der kargen Landschaft im Westen der Staaten. Und – natürlich – auf Daniel Day-Lewis, der seine Performance aus Gangs of New York weiterentwickelt. Schon zu Beginn lässt sich Anderson eine halbe Kinoewigkeit Zeit, um Plainview vorzustellen. Day-Lewis behauptete vor kurzem in einem Interview, er hätte kein Problem damit, sich vorzustellen er wäre jemand anders. There Will Be Blood ist die Bestätigung dafür.

Trotzdem gibt es auch kleine Makel in der Story. There Will Be Blood ist vor allem großes Schauspiel(er)kino; die Handlung macht aber so manche Ausflüge in Richtungen, die der gesamten Entwicklung keine neuen Werte oder Informationen beifügen. Ein Beispiel dafür wäre das folgenlose Auftauchen und Verschwinden Plainviews' vermeintlichen Bruder Henry Brands (Kevin J. O'Connor).

Trotz Fehlern bleibt There Will Be Blood aber feines Kino für alle jene, die es wuchtig und schwer mögen. Darüber hinaus erährt man, warum man auf seinen verdammten Milchshake so gut aufpassen muss.

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Zitat
Daniel Plainview (zu Henry Brands): I can’t keep doing this on my own with these … people. [lacht]

D. Plainview (zu Eli Sunday): Stop crying, you sniveling ass! Stop your nonsense. You're just the afterbirth, Eli.

E. Sunday (zu seinem Vater): Do you think God is going to come down here and save you for being stupid? He doesn't save stupid people, Abel.
Webpage zu There will be blood
http://www.therewillbeblood.com