Arbeiter und Unternehmer Daniel Plainview (
Daniel Day-Lewis) ist Ende des 19. Jahrhunderts auf der Reichtum versprechenden Suche nach Mineralien und Öl. Bei Bohrungen wird der Vater des kleinen H.W. (
Dillon Freasier) von Brettern, die sich vom Bohrturm gelöst haben, getroffen und kommt ums Leben. Daniel Plainview nimmt den Kleinen als Sohn bei sich auf und macht ihn später zu seinem Geschäftspartner. Eines Tages kommt ein junger Mann in Plainviews Büro und behauptet, die genaue Lage einer riesigen Ölquelle zu kennen. Der Hinweis stellt sich als wahr heraus, einzig Eli Sunday (
Paul Dano) und seine Familie stehen dem Glück von Daniel Plainview jetzt noch im Weg.
„Mächtig“, „wuchtig“, „archaisch“, „brutal“, „ursprünglich“ – Worte, die im Zusammenhang mit
There Will Be Blood das Ausmaß der Angelegenheit einfangen konnten. Tatsächlich hat
Thomas Andersons Filmvehikel, das zu Beginn der Konzeption beinahe an finanziellen Schwierigkeiten gescheitert wäre, etwas Monströses an sich.
There Will Be Blood zu konsumieren ist – um es beispielsweise in einer kulinarischen Dimension zu beschreiben – ungefähr vergleichbar mit einem opulenten Abendmahl à la Hirschragout mit Serviettenschnitten und Preiselbeersauce auf Birne, begleitet von ausgesprochen schwerem Rotwein.
Anderson, der sich seit seinem letzten großen Erfolg
Magnolia sehr lange Zeit gelassen hat, um sich an ein neues Projekt dieser Größe heranzuwagen, ging mit diesem vom Plot her eher ungewöhnlichem Film ins Rennen um die (oder eher mehrere) Trophäe(n). Zunächst wusste man das Drehbuch an einen Roman namens Oil! aus dem Jahr 1927 angelehnt. Obwohl
There Will Be Blood eher schwer verdaulich ist, straft er sein Publikum trotz der Länge kaum je mit langweiligen und/oder langatmigen Passagen.
Wesentliches Element der Andersonschen Inszenierung ist die Filmmusik. Die eigenwillige und unverwechselbare musikalische Unterlegung des Streifens, die unter die Haut geht, steuerte Radiohead-Gitarrist
Jonny Greenwood bei. Schräge Intonationen und extrem intensive Klangbilder geben dem Film seine Persönlichkeit. Zusätzlich wurde aber auch noch im Alltime-Klassik-Keller wie Brahms & Co. aus dem Keller gekramt. Rein optisch setzt
Anderson vor allem auf Totalen der kargen Landschaft im Westen der Staaten. Und – natürlich – auf
Daniel Day-Lewis, der seine Performance aus
Gangs of New York weiterentwickelt. Schon zu Beginn lässt sich Anderson eine halbe Kinoewigkeit Zeit, um Plainview vorzustellen.
Day-Lewis behauptete vor kurzem in einem Interview, er hätte kein Problem damit, sich vorzustellen er wäre jemand anders.
There Will Be Blood ist die Bestätigung dafür.
Trotzdem gibt es auch kleine Makel in der Story.
There Will Be Blood ist vor allem großes Schauspiel(er)kino; die Handlung macht aber so manche Ausflüge in Richtungen, die der gesamten Entwicklung keine neuen Werte oder Informationen beifügen. Ein Beispiel dafür wäre das folgenlose Auftauchen und Verschwinden Plainviews' vermeintlichen Bruder Henry Brands (
Kevin J. O'Connor).
Trotz Fehlern bleibt
There Will Be Blood aber feines Kino für alle jene, die es wuchtig und schwer mögen. Darüber hinaus erährt man, warum man auf seinen verdammten Milchshake so gut aufpassen muss.