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Zur Legende hat es dann doch nicht gereicht
Was wäre, wenn New York nur noch einen Bewohner hätte? Will Smiths Alleingang gibt die Antwort, wenngleich sie auch nicht ganz befriedigend ausfällt.


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Robert Neville (Will Smith) versucht als (scheinbar) letzter Mensch auf Erden, mit allen Mitteln eine Heilung gegen die Krankheit zu finden, die die restliche Weltbevölkerung heimsucht, die als blutdurstige Meute in den Ruinen der Zivilisation auf die Nacht wartet. Gemeinsam mit seinem Hund Sam durchstreift er jeden Tag das verlassene New York – auf der Suche nach einer Antwort und nach (menschlichen) Überlebenden der globalen Katastrophe.

Kritik
Es ist ein grandioses Szenario, das die mittlerweile dritte Verfilmung des Romans I Am Legend von Richard Matheson dem Publikum bietet:  New York, die Stadt die niemals ruht, im viralen Dornröschen-Schlaf als verwilderte Einöde, in der sich Will Smith und Hund mit Löwen um die heimischen Rehherden streiten. Doch bereits in der Eröffnungssequenz wird aufmerksamen Beobachtern (oder zumindest Tier-Dokumentations-Sehern) klar, dass es die Drehbuchautoren nicht so genau nehmen – weder mit zoologischen Fakten (läuft da doch wirklich eine Disney-ähnliche Löwenfamilie aus Vater, Mutter und kleinem Simba durch Manhattan …) noch mit der Buch-Vorlage.  Trotzdem kann die erste Hälfte des Films voll überzeugen: Will Smith als einsamer Forscher, der sich nach nichts mehr sehnt als nach sozialen Kontakten und seinen Tagesablauf peinlich genau geplant hat, um vor Sonnenuntergang wieder im sicheren Eigenheim zu weilen. Parallelen zu Castawy mit Tom Hanks sind unausweichlich, überhaupt als die Hauptfigur nach einem heimtückischen Anschlag der - leider viel zu konturlos gezeichneten und mit unansehnlicher CGI-Technik auf die Leinwand geklecksten - Vampir-Monster völlig alleine dasteht. Der „Abschied“ von Sam ist zwar nicht ganz so herzzerreißend inszeniert wie das Wilson-Drama, als der Volleyball von Tom Hanks‘ Floß gespült wird, aber doch traurig.

© 2007 Warner Bros. Ent.
"Sprichst du mit mir?" - Ob der Film zur Legende taugt, ist fraglich.

Dann geht leider alles sehr schnell: Der Streifen rutscht von einem Augenblick zum nächsten ins Action-Kino ab, und die vorher in Rückblenden angedeutete Gott-Thematik – à la „folge den Zeichen lieber Mel Gibson“-Signs – gipfelt in einem ernüchternden Kitsch-Ende mit einer völlig an den Haaren herbeigezogenen Herleitung des Filmtitels. Es soll hier nicht zu viel verraten werden, doch in der Buchvorlage gilt der Vampir killende Protagonist unter den – gar nicht so üblen - Vertretern der neuen dominanten Rasse des Planeten, den Vampiren, als Legende. Quasi eine Umkehrung des Dracula-Mythos, wo der Spitzzahn seine Opfer im Schlaf meuchelt – und am Ende dran glauben muss. Hier ist alles ganz anders, und so könnte I am Legend der Anfang einer neuen Endzeit-Survival-Kinoreihe werden – Resident Evil 4 wird es ja vermutlich nicht geben. Mit einem Sequel können sich scheinbar auch die Leute von Warner Bros. anfreunden, denn dort hat man sich bereits die Rechte für eine Fortsetzung gesichert. Hoffen wir mal, dass die mit einem kohärenteren Skript aufwartet.
Webseite zum Film:
http://www.iamlegend.de/