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Pollen-Power?
Als erstes großes Projekt nach seiner Serie begibt sich Jerry Seinfeld unter die Honigsammler. In unseren Regionen soll den Humor allerdings erst jemand verstehen.


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Seinfeldologie mit Thomas Taborsky

Barry B. Benson hat gerade den Abschluss am Bienen-College gemacht. Während seine Freunde es nicht erwarten können, ihren Job anzutreten und bis ans Lebensende zu arbeiten, macht ihm der Gedanke Bammel. Also sieht er sich um. Von den heldenhaften Drohnen, die nach draußen fliegen und Honig sammeln, ist er begeistert. Weil die sich einen Spaß erlauben wollen, lassen sie ihn mitfliegen. Ehe er sichs versieht, steckt Barry im Gewirr von New York City, wo er am Fenster der Floristin Vanessa landet. Dort bricht er die wichtigste Regel der Bienen: Er redet mit ihr – einem Menschen. Und kommt dahinter, dass die seit Urzeiten den Bienen den Honig rauben...

TM & © 2007 DREAMWORKS ANIMATION

Kritik
Seinfeld bleibt Seinfeld, egal ob er auf der Bühne in einem Scheinwerferkegel, im Serien-Apartment, wo das Fahrrad im Flur immer nur Wanddeko blieb, oder eben als animierte Biene die Welt kommentiert: Die Turnschuhe verraten ihn. Das heißt aber auch, dass Bee Movie schon von Haus aus kein Kinderklassiker, geschweige denn ein Film für Leute außerhalb des amerikanischen Kulturkreises werden konnte. Wahrscheinlich nicht einmal für die Mehrheit des amerikanischen Kulturkreises. Hive-O, Hunron, BeeNN samt Bee Larry King, Ray Liotta (sollte man auch nicht davon ausgehen, dass den jeder kennt), Prominenten-Hausmarken: Die Verweise werden einem regelrecht um die Ohren gedroschen. Auch einer über die noch rauchende Pistole, die zwar nicht im Irak, dafür aber von Biene Barry B. Benson gefunden wird – das brandende Gelächter eines Saals voller New Yorker Politikstudenten würde ich gern hören, aber auch das dringt nicht rüber auf den Alten Kontinent. DVD-Extras, erbarmt euch also unser. Mit einfrierendem Bild, dingendem Glöckchen und einer Blase, in der steht, was denn damit schon wieder gemeint war.

Tatsächlich bleibt nach Wegfall der Verweise und der in der Originalfassung angenehm dosierten Wortspiele wenig übrig, vor allem kaum Nettigkeit: Bee Movie zeichnet sich nicht gerade dadurch aus, niedlich gemacht zu sein; zwar schon freundlicher und heller als der geistig verwandte Antz, dafür wollte Woody Allens Ameisen-Egotrip aber nicht jenseitig clever sein. Überhaupt erinnert Seinfelds Versuch, sich als Kassenmagnet zu beweisen, noch immer entfernt an das Muster einer seiner Serienfolgen - der allerdings sowohl die bedeutenden Nebenfiguren geraubt wurden als auch die gezwungen ist, nicht in einem Gag einzufrieren, sondern ein echtes Ende zu finden.
Genau bei diesem Versuch - und weil ihm gar nicht viel dazu einfällt - entweicht die letzte Luft, die der Film hatte. Wenn sie nicht schon vorher draußen war: Die Verschrobenheit einer Viertelstunde Gerichtssaal-Comedy, spätestens die verstört die meisten. Um im Grunde nur zu beweisen, dass man Jerry Seinfelds Humor entweder heiß liebt oder er einen völlig kalt lässt, war ein großer Animationsfilm jedenfalls die falsche Schautafel.

TM & © 2007 DREAMWORKS ANIMATION

Zitat
Barry: „So you'll just work us to death?“
Tourleiterin: „We'll sure try!“

Zeitungs-Schlagzeile: Bee goes berserk. Stings seven, then himself.

Barry: „You know, I'm trying to lose a couple of micrograms here.“

Barry darüber, dass sich Bienen vor extra dicken Magazinen in Acht nehmen müssen:
„Oh, we have to: I lost a cousin to Italian Vogue!“

Barry zeigt auf Ray Liotta. Zu den Geschworenen: „This isn't a Goodfella, this is a bad fella!“

Barry: „How about a suicidal pact?“
Vanessa: „How do we do it?“
Barry: „I sting you, you step on me.“
Vanessa: „That would just kill you twice.“
Die offizielle Filmseite
http://www.beemovie.com/