Barry B. Benson hat gerade den Abschluss am Bienen-College gemacht. Während seine Freunde es nicht erwarten können, ihren Job anzutreten und bis ans Lebensende zu arbeiten, macht ihm der Gedanke Bammel. Also sieht er sich um. Von den heldenhaften Drohnen, die nach draußen fliegen und Honig sammeln, ist er begeistert. Weil die sich einen Spaß erlauben wollen, lassen sie ihn mitfliegen. Ehe er sichs versieht, steckt Barry im Gewirr von New York City, wo er am Fenster der Floristin Vanessa landet. Dort bricht er die wichtigste Regel der Bienen: Er redet mit ihr – einem Menschen. Und kommt dahinter, dass die seit Urzeiten den Bienen den Honig rauben...
Seinfeld bleibt Seinfeld, egal ob er auf der Bühne in einem
Scheinwerferkegel, im Serien-Apartment, wo das Fahrrad im Flur immer nur
Wanddeko blieb, oder eben als animierte Biene die Welt kommentiert: Die
Turnschuhe verraten ihn. Das heißt aber auch, dass
Bee Movie
schon von Haus aus kein Kinderklassiker, geschweige denn ein Film für Leute
außerhalb des amerikanischen Kulturkreises werden konnte. Wahrscheinlich nicht
einmal für die Mehrheit des amerikanischen Kulturkreises. Hive-O, Hunron, BeeNN
samt
Bee Larry King,
Ray Liotta (sollte man auch nicht davon
ausgehen, dass den jeder kennt), Prominenten-Hausmarken: Die Verweise werden
einem regelrecht um die Ohren gedroschen. Auch einer über die noch rauchende
Pistole, die zwar nicht im Irak, dafür aber von Biene Barry B. Benson gefunden
wird – das brandende Gelächter eines Saals voller New Yorker Politikstudenten
würde ich gern hören, aber auch das dringt nicht rüber auf den Alten Kontinent.
DVD-Extras, erbarmt euch also unser. Mit einfrierendem Bild, dingendem Glöckchen
und einer Blase, in der steht, was denn damit schon wieder gemeint war.
Tatsächlich bleibt nach Wegfall der Verweise und der in der
Originalfassung angenehm dosierten Wortspiele wenig übrig, vor allem kaum
Nettigkeit:
Bee Movie zeichnet sich nicht gerade dadurch aus,
niedlich gemacht zu sein; zwar schon freundlicher und heller als der geistig
verwandte
Antz, dafür wollte
Woody Allens
Ameisen-Egotrip aber nicht jenseitig clever sein. Überhaupt erinnert
Seinfelds Versuch, sich als Kassenmagnet zu beweisen, noch immer
entfernt an das Muster einer seiner Serienfolgen - der allerdings sowohl die
bedeutenden Nebenfiguren geraubt wurden als auch die gezwungen ist, nicht in
einem Gag einzufrieren, sondern ein echtes Ende zu finden.
Genau bei diesem
Versuch - und weil ihm gar nicht viel dazu einfällt - entweicht die letzte Luft,
die der Film hatte. Wenn sie nicht schon vorher draußen war: Die Verschrobenheit
einer Viertelstunde Gerichtssaal-Comedy, spätestens die verstört die meisten. Um
im Grunde nur zu beweisen, dass man
Jerry Seinfelds Humor entweder heiß
liebt oder er einen völlig kalt lässt, war ein großer Animationsfilm jedenfalls
die falsche Schautafel.