Ridley Scotts cineastische Glanzzeiten sind vorbei. Vielleicht hat er mit
Gladiator seine Karriere wiederbelebt, und vielleicht macht er mehr Geld denn je. Ohne jeden Zweifel ist die Qualität aus seinen Filmen gewichen.
Blade Runner und
Alien waren visionäre Filme, die wahrhaft als Meilensteine in der Filmgeschichte angesehen werden können.
Nach ein paar schweren Flops ist er nun im Mittelmaß angekommen. Filme wie
American Gangster hat man schon zuhauf gesehen, man erinnere sich nur an
Blow oder
Heat. Nach einer wahren Geschichte zeigt Scott getreu dem Prinzip Malen nach Zahlen den Aufstieg und unvermeidlichen Fall eines Mannes, der das System mit den falschen Mitteln aufzubrechen versucht. Dargestellt wird der von einem
Denzel Washington, der in den letzten Jahren sein Overacting etwas zu sehr pflegt und dabei immer nur ein Abbild seiner selbst darstellt.
Ganz anders
Russell Crowe. Seine Darstellung des Richie Roberts ist nuancenreich und zurückhaltend. Crowe, der scheinbar zum Lieblingsschauspieler Ridley Scotts aufgestiegen ist, kann zur Zeit wirklich als einer der besten Schauspieler Hollywoods bezeichnet werden. Er ist auch einer der wenigen Gründe, diesen Film zu sehen. Verstehen Sie mich dabei bitte nicht falsch:
American Gangster ist nicht wirklich schlecht. Es ist ein solider Film über eine Rivalität zwischen zwei Männern, die auf gegenüberliegenden Seiten des Gesetzes stehen. Dabei haben die Frauen recht wenig zu melden. Roberts Frau verlässt ihn und Lucas‘ ist scheinbar zu geil aufs Geld, als das sie ihren Mann verlassen würde.
Seit
G.I. Jane hat Scott keine starke Frauenfigur in seinen Machofilmchen gezeigt. Und auch dort war
Demi Moore keine starke Frau sondern nur ein schwacher Mann. Aber das kann uns egal sein, da sich Scott nicht mehr wirklich ändern wird. Damit haben wir einen einst kreativen Regisseur ans Mittelmaß verloren. Und das ist eine Schande.