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The Dylans, they are a-changin
© Tobis FilmSechs verschiedene Schauspieler(-innen) spielen den großen Barden in I´m Not There, Todd Haynes´ Auseinandersetzung mit Musikerlegende Bob Dylan – und das ist bei weitem nicht das Seltsamste an diesem Film.


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„Glauben Sie“, lautete eine Frage an Todd Haynes beim Q&A nach der Vorführung des Films auf der Viennale, „dass Ihr Film auch Nicht-Dylan-Spezialisten irgendwie zugänglich ist?“

I'm Not There ist nämlich kein leichter Film. Beinahe fragmentarisch wirkt der scheinbar strukturlose Mix aus biographischer Verfilmung, loser Metapher, Pseudo-Doku. Mal ist Bob Dylan ein kleiner, schwarzer Junge, der seinen Namen mit dem berühmten Folksänger und Dylan-Idol Woody Guthrie teilt, und der mit Hobos im Eisenbahnwaggon trampt, dann ist er Teenie-Folk-Idol Jack Rollins, oder der androgyne Jude Quinn, der in einem felliniesken Großbritannien den Zorn englischer Fans auf sich zieht. Oder warum nicht gleich Billy the Kid, alternder Outlaw im Städtchen Riddle?

Kritik
Es sei gar nicht nötig, lautete Todd Haynes' lapidare Antwort, den Film vollständig oder auch nur teilweise zu verstehen – er sei in dieser Hinsicht wie ein Dylan-Song: Keiner sei in der Lage, die zahlreichen versteckten Anspielungen und Feinheiten zu verstehen.

Und da hat er wohl recht: Denn der Zuseher, der sich Anfangs vielleicht noch an sein anekdotisches Dylan-Wissen klammern mag, was Judas-Zwischenrufe aus dem Publikum oder christlich läuternde Motorrad-Unfälle angeht, muss bald einsehen, dass es nicht nur zwecklos, sondern auch unnotwendig ist. I'm Not There gewinnt viel von seiner eleganten Schönheit gerade aus dem Mysterium (oder Rätsel), das er für den Zuseher ist – genau wie Dylan. Todd Haynes hat es geschafft, einen Film zu drehen, der nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell das Leben und Schaffen Bob Dylans würdig wiedergibt. Eine Leistung, die man definitiv als einen der besten Filme der heurigen Viennale bezeichnen kann.
Offizielle Homepage
http://www.imnotthere-movie.com/