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Nicht nur eine Adaption
Als Zeichentrickfilm adaptiert: Marjane Satrapis weltweit erfolgreicher, autobiographischer Comic rund um eine Kindheit im Iran und eine Jugend zwischen dem Iran und Europa.


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Möchte auch schwarzweiß und gezeichnet sein: Peter Hengl

Marjane Satrapi wird 1969 im Iran geboren. Im frühen Kindesalter erlebt sie die Revolution und den Verlust einiger Familienmitglieder mit, verbringt ihre Kindheit unter den zunehmend repressiven Bedingungen der immer strenger werdenden religiösen Regeln. Mit vierzehn Jahren wird sie von ihren Eltern nach Wien geschickt, um dort aufs Französische Gymnasium zu gehen. Als Fremde, fernab von Familie und eigener Kultur, tut sie sich schwer, sich anzupassen, macht Depression und Obdachlosigkeit durch, kehrt für ihr Studium zurück in den Iran. Dort muss sie erkennen, dass sie sich auch dort nicht mehr richtig einordnen kann – Sie steht zwischen den Kulturen. So wandert sie 1996 endgültig nach Frankreich aus.

Foto: Polyfilm

Kritik
Das ist nicht nur Marjane Satrapis Biographie, sondern auch die Handlung ihres Comics – und jetzt auch Films, bei dem Satrapi selbst Regie führte, gemeinsam mit dem Comiczeichner Vincent Paronnaud. Der Film, der heuer in Cannes Premiere hatte (und auch gleich den Jury-Preis gewann), stellt eine ausgesprochen werksnahe Adaption dar: Die Animationen halten sich an Satrapis minimalistischen Schwarzweiss-Stil, sind lediglich um etwas detailreichere Hintergründe ergänzt. Die Handlung ist (bis auf eine leichte Straffung, was bei den über 300 Seiten der Vorlage notwendig war) beinahe Wort für Wort wiedergegeben.

Dennoch gestaltet sich die Adaption nicht völlig unproblematisch: Der Comic gruppiert sich in anekdotenhafte Geschichtchen, die selten länger als drei, vier Seiten sind, was im Film zu ständigem Auf- und Abblenden führt. Dafür besonders gut geglückt ist, dass der im Comic beinahe jedes Bildchen begleitende textuelle Narrativ einer omnipräsenten Erzählerin nicht einfach als Voice-Over übersetzt wurde, sondern zugunsten einer filmischer orientierten Erzählweise wegfiel.

Doch Persepolis lässt sich nicht nur als Adaption einer Vorlage betrachten, sondern hält auch ohne weiteres der Untersuchung als eigenständige Arbeit stand: Ein stilistisch ungewöhnlicher Zeichentrickfilm erzählt die Geschichte eines Mädchens zwischen den Kulturen – eine Geschichte, die speziell aufgrund ihres geographischen Bezuges (auch wenn die Darstellung Wiens kaum über einige vertraute Klischees hinauskommt) und angesichts aktueller Integrationsfragen von großer Relevanz ist.

So zeichnet sich Persepolis – der Film durch das aus, was auch schon Persepolis – der Comic als Stärken für sich verzeichnen konnte: einfache, aber eindringliche Bilder, die auf kindliche Weise eine gar nicht kindliche Geschichte erzählen, mal traurig, dann wieder komisch, vor allem aber vielschichtig: die Geschichte eines faszinierenden Lebens.

Foto: Polyfilm
Offizielle Homepage des Films
http://www.persepolis-derfilm.de/