Suche: Suche abschicken


Wir sind doch alle nur Menschen
Peter Berg quält uns mit dem x-ten Aufguss des Nahostkonfliktes. Das will sowieso niemand mehr sehen, und wenn es so schlecht ist wie hier, grenzt das Unterfangen an ein Verbrechen an der Menschheit.


Werbung


Mit der Bitte an Allah, dass er solche Filme künftig verhindert, von Markus Steiger

In Saudi Arabien fällt eine Wohnanlage voll amerikanischer Bürger einem Sprengstoffattentat zum Opfer. Das Weiße Haus will niemanden zur Aufklärung entsenden, um die Wogen nicht noch höher schlagen zu lassen. Trotzdem wird ein FBI-Team unter der Führung von Ronald Fleury (Jamie Foxx) heimlich in den Krisenherd geschickt, um das Verbrechen aufzuklären. Mit viel Hilfe können sie aber anfangs nicht rechnen.

Kritik
Warum sprengen sich Menschen selbst in die Luft? Das ist die Frage, die sich die westliche Welt spätestens seit 9/11 immer wieder stellt. Operation: Kingdom gibt zumindest eine Teilantwort auf diese Frage. Ich ziehe es nämlich auch langsam in Betracht, mir einen Sprengstoffgürtel umzuschnallen, um möglichst viele unbegabte Drehbuchschreiberlinge und Regisseure vom Bild dieser Erde verschwinden zu lassen. So schlecht wie dieser Film nämlich ist, erscheint der Tod wirklich als einzige Alternative zur derzeitigen miesen Unterhaltung durch Hollywood.

Operation: Kingdom ist dabei ein besonders nerviges Exemplar eines gut gemeinten und nur halbherzig recherchierten Politthrillers, der mit der absolut miesesten Synchro und den dümmsten Dialogen des Jahres („Ich dachte ein Welpen ist eine Mischung aus Welle und Tulpen“?!?!?!?!?!) uns das Geld aus der Tasche zu ziehen versucht. Jennifer Garners Rolle als völlig lächerliche Forensikerin gehört wohl zum Unglaubwürdigsten (eine Murmel), was es seit langem auf der Leinwand gegeben hat. Knapp dahinter ist der Typ, von dem keiner weiß, was er macht, der dafür aber mit der miesen Synchronstimme eines C.S.I.-Mitarbeiters ausgestattet wurde. Bitte lasst diesen Mann für niemanden mehr sprechen!!!! Chris Cooper als Sprengstoffspezialist tut gar nichts - außer irgendwelchen Scheiß zu reden und im Schlamm zu wühlen. Ach ja: Die Saudis sind natürlich zu blöd, um einen Tatort zu untersuchen. Die f..... ja nur mit Kamelen. Für die Lösung des Falles brauchen sie die Amis, die zwar nicht perfekt sind, aber das können sie.

Apropos Lösung des Falles. Der Film tuckert so vor sich hin, und plötzlich, bevor man sich versieht, ist er aus. Natürlich erwartet man nicht immer eine riesige Showdown-Ankündigung, hier wirkt das ganze Ende aber nur schnell dazugepickt, damit der Dreck endlich ein Ende hat. Scheinbar fiel den Schreibern vor lauter Plattheit nicht einmal ein gescheites Ende ein. Die oben erwähnte Murmel soll sich am Schluss als wichtiger Hinweis erweisen. Blaue Murmeln dürfen ja nur Terroristen besitzen.

© 2007 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.
Und so regelt das FBI den Straßenverkehr...

Jamie Foxx, der ja das Zugpferd für diese Terroristenschmonzette darstellen soll, stolpert von einem peinlichen Dialog („Dein Vater war mein Freund, und das macht dich zu meinem Freund“) in den nächsten. Und noch was: Lasst bitte keine Kinder mehr in Filmen mitspielen. Sie sind völlig unnötig, außer es geht im Film um ein Kind. Wenn ihr also Lust auf ein paar unfreiwillig komische Szenen, gepaart mit dem schlechtesten Buch seit der Bibel sehen wollt, seit ihr bei O:K richtig. Krieg kann gar nie so schlimm sein.