Weck den Regenbogen in dir: Adam Sandler und Kevin James haben sich zusammen getan, um die New Yorker Feuerwehr zu entheroisieren.
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Nach dem Tod seiner Frau hat der Feuerwehrmann Larry Valentine (
Kevin
James) in seiner Trauer vergessen, seine Kinder als Begünstigte seiner
Berufslebensversicherung einzutragen. Weil die Umschreibung sonst nur im Fall
einer Heirat erlaubt ist, verfällt er auf die Idee, seinen besten Kumpel Chuck
(
Adam Sandler) zum Schein zu heiraten; Glücklicherweise schuldet der
Frauenmagnet ihm gerade was. Nachdem ihnen jedoch ein Beamter erklärt, dass ihre
Ehe gründlich untersucht wird, um Betrug auszuschließen, wenden sie sich an die
Anwältin Alex (
Jessica Biel). Für Chuck ist es Liebe auf den ersten
Blick, doch, wie ihnen die nichtsahnende Alex erklärt, müssen Chuck und Larry
von jetzt ab auf glückliches schwules Pärchen machen, soll der Schwindel nicht
auffliegen.
Kritik
Verrate mir einer mal den Punkt, ab dem die Adam-Sandler-Komödien nicht mehr irrwitzig, sondern nur noch unerträglich gerieten. Vielleicht war es der, als jede von ihnen zwangsweise im Gerichtssaal verenden musste, als Sandler auf den Spuren eines Jimmy Stewart zum Möchtegern-Capra-Helden mutierte. Oder als die guten Einfälle verbraucht waren, wie seine immer zahlreicheren Spezis in den Filmen auftauchen könnten.
Chuck und Larry schabt in seiner Verzweiflung schon förmlich den Belag vom Ideentopf ab. Kein Homowitz ist ihm zu dumm oder abgegriffen, um ihn einzusetzen. Vielleicht war es anfangs die Absicht, genau diese Stereotypen zu entlarven, aber das klappt nicht. Umso befremdlicher ist es deshalb, wenn der Film beginnt, sich als theatralischen Fürsprecher der Homosexuellen aufzubauen, die „ja eigentlich doch ganz ok sind“ - Sympathy for the Homo, eingerahmt von gamsigen Postboten und Hausmüll, von dem wir beigebracht bekommen, dass auch der schwul sein kann. Obwohl einige der Gaststars das Pro-Gay-Vorhaben immer noch ernst genommen haben müssen, lässt sich doch unter anderem der spät geoutete Richard Chamberlain blicken.
Ein weiterer fragwürdiger Verdienst: Wie heldenhaft die New Yorker Feuerwehr nach dem 11. September auch war, Sandler, James und Co. stürzen sie im Alleingang auf den Boden der Tatsachen zurück – in diesem Fall auf die Fliesen einer Gemeinschaftsdusche, wo gerade ein Stück Seife runter gefallen ist. Ernstere Züge, mit denen ein Hauch von Menschlichkeit durchzuscheinen versucht, oder Stückchen einer Beziehungskomödie zwischen Mann und Mann haben in direkter Nachbarschaft zum Wahnsinn keine dauerhafte Überlebenschance: Alles Exploitation, alles aus auf den billigen Lacher – und der ist kaum zu hören. In Chuck und Larry kann Mann nicht gehen, um zu sehen, wie die Posses von Kevin James und Adam Sandler gemeinsam einen Film bevölkern, auch nicht, um Steve Buscemi in seiner grundlahmsten Rolle zu sehen, und schon gar nicht, um David Spade im Bunny-Tanga ertragen zu müssen, sondern nur, um den inneren Jessica-Biel-Fetisch ausleben zu können. Aber selbst deren wohlgeformtes Auftreten baut angesichts des neuen Tiefpunkts in ihrer Karriere nur so etwas wie Mitleid auf.
Zitat
Ron, der Postbote: „I make dropoffs. And I always deliver.“