Ziemlich verwahrlost sitzt Smith (
Clive Owen) auf einer Busbank. Da
läuft zuerst eine Hochschwangere in den Wehen vorbei, dann ein paar Killer.
Ungern aber doch rettet Smith die Frau, hilft ihr im Kugelhagel bei der Geburt
und beim Flüchten. Weit kommt sie aber nicht, und plötzlich steht Smith mit dem
Baby da, arg verfolgt von Mr. Hertz (
Paul Giamatti) und seinen
Schergen. Das Baby braucht Milch, also geht Smith zur laktierenden
Prostitutierten Donna (
Monica Bellucci), die damit auch zur Zielscheibe
wird. Gemeinsam müssen sie sich jetzt wehren, nicht nur gegen Hertz, der für die
Hatz einen Haufen Auftagsmörder nachbestellt, sondern genauso gegen
Regierungsbeamte, die auch unbedingt das Neugeborene haben wollen.
 |
| Streit ums Fläschchen: Hertz (Paul Giamatti, l.) und Smith (Clive Owen, r.) im Baby-Infight |
Um gleich mal den unsensiblen Mann heraushängen zu lassen: Wer zum Teufel will
in einer 90-Minuten-Ballerorgie wissen, warum
Monica Bellucci laktiert?
- Fragen zu stellen, und so zu tun, als ob die Gefühle der Beteiligten wichtig
wären, das sind schon ordentliche Mankos im sonst sehr unterstützenswerten
Vorhaben von
Shoot 'Em Up, einem Film, bei dem alles vorhanden
wäre, was den kleinen Zerstörungswüterich in uns glücklich machen könnte: jede
Menge glänzender Waffen, kräftiger Gitarrenrock,
Paul Giamatti in
Zynismus-Höchstform (ganz zu schweigen von der kleinen Anspielung, wenn er „Fuck
me
sideways“ von sich gibt). Außer Kraft sind die Gesetze von
Trefferwahrscheinlichkeit und Logik, alle haben herrliche Spleens und kleine
Perversitäten, Karotten sind die Allzweck-Werkzeuge des guten Killers, und der
unerschütterliche
Clive Owen, dem gleich mit dem allerersten Bild ein
Clint-Eastwood-Augenpartie-Moment gegönnt wird, ist überhaupt unvergleichlich.
Genau wie die Momente, in denen Owen und Giamatti aufeinander treffen und sich à
la Bugs Bunny und Elmer Fudd beschimpfen.
Mehr könnte man sich nicht
wünschen, und doch hat der Film ein sehr ernsthaftes Problem in der Umsetzung:
Er fährt an, macht schon da horrenden Spaß, bremst sich aber sofort wieder ein.
Wie im zähflüssigen Verkehr. Immer wieder, viel zu oft, wiederholt sich dieses
Spiel. Nie bleibt das Tempo lange aufrecht, und nur ein magerer Teil der
immensen Möglichkeiten entfaltet sich bei dieser Ruckelei. Ganz zu schweigen von
eben jenen fehlplatzierten Emotionen. Weil er kompakter ist, und sich doch mehr
auf das Wesentliche, den Body Count, konzentriert, steckt
Shoot 'Em
Up zwar einen
Smokin' Aces locker in die Tasche; Vom
reuelosen Spaß, den
Crank machte, steht er aber ziemlich weit
entfernt.
 |
| Ein ganzes Stiegenhaus voll Attentätern, ganz für Smith allein... |