Baltimore, 1962: Tracy Turnblad (
Nikki Blonsky) ist ein putzmunteres,
äußerst schwergewichtiges Mädel, das nur eine Leidenschaft kennt: Jeden Tag nach
der Schule jagt sie zusammen mit ihrer Freundin Penny (
Amanda Bynes)
nach Hause, um ja keine Sekunde der Corny Collins Show zu verpassen, der
angesagtesten TV-Sendung, wo immer die neuesten Rhythmen getanzt werden.
Als
eine Tänzerin neu zu besetzen ist, geht Tracy natürlich vorsprechen – und wird
von der herrischen Produzentin, Velma Von Tussle (
Michelle Pfeiffer)
hochkant rausgeschmissen. Über einen Umweg und mit den Moves, die sie beim
Nachsitzen von ihren schwarzen Freunden gelernt hat, bekommt sie den Platz in
der Show aber doch. Über Nacht wird sie zum Star, sehr zur Freude ihrer Mutter
Edna (
John Travolta). Die Zeit ist gekommen, ihren Traum wahr zu
machen: dass Schwarz und Weiß gemeinsam tanzen dürfen.
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| Wuchtig: John Travolta und Nikki Blonsky tanzen sich durch eine selige FCKW-Sprühorgie |
Hofiert wird er gerne; So anstößig, so spitzzüngig wie
John Waters wollen aber die Wenigsten sein.
Hairspray, der Film basierend auf dem Musical basierend auf seinem Film – mindestens zwei Schichten an Artigkeit, eine vom Broadway, eine von Hollywood, liegen damit über dem Original – ist der vorläufige Höhepunkt der Waters-Würdigung. Die hatte unter anderem schon vorher in der Serie
My Name Is Earl zum Revival der Duft-Rubbelkarte geführt.
Hier handelt man es etwas rascher ab: Der Meister darf grinsend den Trenchcoat aufklappen, und ab durch die Mitte. Die Klischees seiner Filme werden gerne übernommen, aber nur weniges, was in dem wirbelwindigen Leinwandmusical über Fettleibigkeit und Rassentrennung auftaucht, teilt auch nur ansatzweise so aus, wie es sich die Welt heute mehr denn je verdient hat. Nur durch den Zufall der Zeit lässt sich eine Anspielung auf den US-Radiomoderator
Don Imus mit seinen „nappy-headed hos“ zusammenreimen; Der Rest ist putzig und ureigen fröhlich, wie die Hauptdarstellerin und Debüttantin
Nikki Blonsky, die unverbraucht durch die Gegend fegt, als wolle sie einfach jedem ihr Lächeln aufs Gesicht zaubern – was sie auch schafft.
Genau so geht es einem mit vielen aus der illustren Besetzung: Da schimmert bei Bösewichtin
Michelle Pfeiffer die Sexbombigkeit aus den
Fabelhaften Baker Boys durch,
Amanda Bynes mit Zöpfchen und rotem Lollipop glubscht niedlichst als Tracys Sidekick herum, und einmalig ist überhaupt das Wäscheleinen-umrankte Duett von
Christopher Walken und dem als dicke Mama verkleideten
John Travolta. Die Jüngeren –
Zac Effron,
Elijah Kelley und Konsorten - sorgen hauptsächlich dafür, dass
Hairspray selten der Schwung ausgeht, er unaufhaltsam wie eine Naturgewalt bleibt. Ähnlich geht es einem als Betrachter: Das Lächeln lässt sich dabei einfach nicht verkneifen, ebenso wie die Ahnung, dass da in Zeiten von
High School Musical und all den Serien, die sich einschlägige Folgen gönnen, klammheimlich eine kleine Musical-Renaissance droht.