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Die Rassengleichheits-Show
Vorbei ist es erst, wenn der fette Crossdresser gesungen hat: Ausgelassen fröhlich ist die neue Variante von Hairspray - und das nicht nur, weil John Travolta im Frauenfummel steckt.


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Tanzflächen-Weisheiten mit Thomas Taborsky

Baltimore, 1962: Tracy Turnblad (Nikki Blonsky) ist ein putzmunteres, äußerst schwergewichtiges Mädel, das nur eine Leidenschaft kennt: Jeden Tag nach der Schule jagt sie zusammen mit ihrer Freundin Penny (Amanda Bynes) nach Hause, um ja keine Sekunde der Corny Collins Show zu verpassen, der angesagtesten TV-Sendung, wo immer die neuesten Rhythmen getanzt werden.
Als eine Tänzerin neu zu besetzen ist, geht Tracy natürlich vorsprechen – und wird von der herrischen Produzentin, Velma Von Tussle (Michelle Pfeiffer) hochkant rausgeschmissen. Über einen Umweg und mit den Moves, die sie beim Nachsitzen von ihren schwarzen Freunden gelernt hat, bekommt sie den Platz in der Show aber doch. Über Nacht wird sie zum Star, sehr zur Freude ihrer Mutter Edna (John Travolta). Die Zeit ist gekommen, ihren Traum wahr zu machen: dass Schwarz und Weiß gemeinsam tanzen dürfen.

© 2007 Warner Bros. Ent.
Wuchtig: John Travolta und Nikki Blonsky tanzen sich durch eine selige FCKW-Sprühorgie

Kritik
Hofiert wird er gerne; So anstößig, so spitzzüngig wie John Waters wollen aber die Wenigsten sein. Hairspray, der Film basierend auf dem Musical basierend auf seinem Film – mindestens zwei Schichten an Artigkeit, eine vom Broadway, eine von Hollywood, liegen damit über dem Original – ist der vorläufige Höhepunkt der Waters-Würdigung. Die hatte unter anderem schon vorher in der Serie My Name Is Earl zum Revival der Duft-Rubbelkarte geführt.
© 2007 Warner Bros. Ent.
Hier handelt man es etwas rascher ab: Der Meister darf grinsend den Trenchcoat aufklappen, und ab durch die Mitte. Die Klischees seiner Filme werden gerne übernommen, aber nur weniges, was in dem wirbelwindigen Leinwandmusical über Fettleibigkeit und Rassentrennung auftaucht, teilt auch nur ansatzweise so aus, wie es sich die Welt heute mehr denn je verdient hat. Nur durch den Zufall der Zeit lässt sich eine Anspielung auf den US-Radiomoderator Don Imus mit seinen „nappy-headed hos“ zusammenreimen; Der Rest ist putzig und ureigen fröhlich, wie die Hauptdarstellerin und Debüttantin Nikki Blonsky, die unverbraucht durch die Gegend fegt, als wolle sie einfach jedem ihr Lächeln aufs Gesicht zaubern – was sie auch schafft.

Genau so geht es einem mit vielen aus der illustren Besetzung: Da schimmert bei Bösewichtin Michelle Pfeiffer die Sexbombigkeit aus den Fabelhaften Baker Boys durch, Amanda Bynes mit Zöpfchen und rotem Lollipop glubscht niedlichst als Tracys Sidekick herum, und einmalig ist überhaupt das Wäscheleinen-umrankte Duett von Christopher Walken und dem als dicke Mama verkleideten John Travolta. Die Jüngeren – Zac Effron, Elijah Kelley und Konsorten - sorgen hauptsächlich dafür, dass Hairspray selten der Schwung ausgeht, er unaufhaltsam wie eine Naturgewalt bleibt. Ähnlich geht es einem als Betrachter: Das Lächeln lässt sich dabei einfach nicht verkneifen, ebenso wie die Ahnung, dass da in Zeiten von High School Musical und all den Serien, die sich einschlägige Folgen gönnen, klammheimlich eine kleine Musical-Renaissance droht.

Zitat
Motormouth Maybelle: „We get any more white people in here this is gonna be a suburb!“

Mr. Pinky schätzt Ednas Oberweite ein: „54DD?“
Edna Turnblad: „Triple A!“
Deutsche Verleihseite zum Film
http://wwws.warnerbros.de/hairspray/