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Hauen dem Kaiserlein den Weg frei: der getreue Aurelius (Colin Firth) und die Kriegerin Mira (Aishwarya Rai) |
Das Praktische an den blutrünstigen Untiefen der Vergangenheit ist, dass sie so viel Raum für kreative Interpretationen von (mehr oder weniger) einfallsreichen Regisseuren bieten.
Doug Lefler ist einer von denjenigen, die die Chance nutzen, sich aktiv an der Geschichtsschreibung zu beteiligen, indem er historische Fakten mit fiktivem Heldenmut – in der Gestalt von
Colin Firth – aufpeppt.
Den hat der Film bitter nötig, denn der jugendliche Hauptdarsteller
Thomas Sangster ist in seiner Rolle als Nachwuchskaiser denkbar schlecht als zukünftiger Alleinherrscher über das römische Imperium geeignet. Nicht nur dass
Sangster von Körperbau und Mimik her nicht gerade der gängigen Vorstellung des potentiellen Weltbeherrschers entspricht, hat er es auch mit den körperlichen Fähigkeiten seiner Filmfigur nicht ganz einfach. Romulus kann nämlich weder reiten noch mit dem Schwert kämpfen und nicht einmal die sportliche Glanzleistung, alleine ein paar Meter zu einem angelegten Boot zu schwimmen, hat man ihm zugestanden. So muss sich der zukünftige Imperator von seinen Begleitern ständig beschützen und herumtragen lassen und sogar seine letztendlich zum Sieg führende Tat erscheint nicht sonderlich überzeugend – trotz vorangehender Selbstopferungsrede á la „Ich werde euch alle durch meine heroische Selbstlosigkeit retten“.
Colin Firth alias Hauptmann Aurelius wirkt da schon glaubhafter, wenn er mit grimmigem Blick und gestähltem Körper auf die klischeehaft hässlichen Barbaren (in diesem Fall sind es die Goten) losgeht. Ihm verzeiht man sogar, dass der Film seinetwegen doch noch in Richtung Romanze abgleitet, nachdem die gutaussehende indische Kämpferin Mira (
Aishwarya Rai) ein Auge auf Aurelius wirft. Wie es sich für einen echten Krieger gehört, erobert er sie schließlich, indem er der obligatorischen Gefahr des Heldentodes knapp entgeht und die bösen Goten mit Hilfe seiner spontan aufgestellten, titelgebenden letzten Legion zwar nicht aus Rom aber zumindest aus England vertreibt.
Ansonsten bietet
Die letzte Legion einige optische Anreize, angefangen von den idyllischen Hochlandkulissen inklusive schneebedeckten Bergketten, die manchmal ein bisschen an
Herr der Ringe erinnern, bis hin zu Bollywood-Import
Aishwarya Rai. Diese liefert in der Rolle von Mira, der exotischen Schönheit mit indischer Nahkampfausbildung, vor allem den männlichen Filmfans einen Grund für einen Kinobesuch. Inhaltlich kann der Historienstreifen mit typischen Kampf- und Actionszenen aufwarten, wobei natürlich auch ein bisschen Magie nicht fehlen darf. Und schließlich darf das mysteriöse Schwert, das immer wieder auftaucht und dann doch keine große Rolle spielt, noch für einen abschließenden Aha-Effekt sorgen, der zumindest Sagen-Liebhaber erfreuen wird.