Lässt sich denn ein Film verachten, der es wagt, zugleich ziemlich irr zu sein und doch einsichtig und verantwortungsbewusst?
Mehr als jeder andere.
 |
| Bengerl (Seth Rogen)... und Engerl (Katherine Heigl) |
Wir reden schließlich über
Beim ersten Mal, eine Komödie, die so absurd gegenläufige Signale aussendet, dass es gar keine Freude mehr ist, dem zuzusehen. Auf der einen Seite predigt sie die Urwerte von Familie, Pflicht und all dem, was religiöse Kreise stolz machen würde, auf der anderen sucht sie sich die denkbar abgedrehtesten Aktionen für ihre Mitspieler aus, lässt sie mit Wonne ablaufen. Sorgt sogar dafür, dass sich
Jason Segel, hierzulande noch unbekannt aber in Amerika durch die Serie
How I Met Your Mother ein ziemlicher Held, als freikörperlicher Oberslacker verdient machen kann. Dabei will der Film eigentlich nur so weit gehen in seinem hirnlosen Spaß, bis selbst der eingefleischteste Hedonist zurückschreckt und sich denkt 'Na, das ist jetzt aber zu viel'; Chancen dafür bietet er genug. Und ehe man sichs versieht ist der erste Schritt auf dem Weg, ein anständigeres Mitglied der Gesellschaft zu werden, getan.
Es steckt aber noch mehr im Arsenal, das Regie-Shootingstar
Judd Apatow (
Jungfrau (40), männlich, sucht) aufbietet: seine Beobachtungsgabe in Szenen und Einstellungen, die Bände über die Charaktere sprechen. Der vorgebliche Coolnessfaktor natürlich, wenn man Wörter wie
googeln,
YouTube oder
Myspace fallen lässt. Ein paar simple Einstreuer, was Zuneigung tatsächlich ausmachen könnte. Vorrangig aber natürlich ein wachsender Mutterbauch, der wie selbstverständlich die Wandlung eines Tagediebs zu einem verantwortungsvollen jungen Mann mit Job und Haus auslöst. Auch bei seiner Nebenhandlung ergreift Apatow mit dem Schockfaktor Partei: als nämlich eine Mutter sich nicht wie ihr Mann aus der Routine des Haushalts stehlen kann. Stilisiert wird das Ganze wie ein Ehebruch, aber mit der Fantasy-Baseball-Liga statt mit einer Anderen, garniert mit einem üblen Psychopilze-Trip samt Polstersesselpanik. Wenigstens auch hier ein schauspielerischer Lichtblick, in Form von
Leslie Mann, der Frau des Regisseurs.
Nein, trotz allem ist
Beim ersten Mal kein schlechter Film, dafür steckt viel zu viel Talent drin. Merkbar ist das schon am Skript, das eine abgedroschene Türsteherszene nehmen und aus ihr etwas Verblüffendes machen kann. Vielmehr ist er fragwürdig: Was er verbricht, ist sich die falschen Fahnen anzuheften. So wie sie alle. Denn es verhält sich ja leider so: Selbst die aufgekratzteste US-Komödie ist tief drinnen kreuzbrav.