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Der Kollateralschaden lebe hoch!
Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika ebenfalls. Und nur in Michael Bays Roboter-Zerstörungsorgie gehören beide nicht zwingend zusammen.


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Sinnsuche mit Thomas Taborsky

Die amerikanische Soldatencampidylle in Katar wird empfindlich gestört, als ein unbekannter Gegner angreift. Um die Datenbank des Pentagon anzuzapfen, vernichtet er alles. Nur ein kleiner Trupp unter der Führung von Captain Lennox (Josh Duhamel) kann entkommen.
Währenddessen ist Sam Witwicky (Shia LeBeouf) gerade dabei, sein erstes Auto zu erwerben. Mit einigem Durchsetzungsvermögen sorgt der gelbe, rostige Camarro dafür, dass Sam ihn kauft. Und dann spielt der Wagen auch noch Kuppler: Schulschönheit Mikaela (Megan Fox) landet auf dem Beifahrersitz.
Bald aber muss Sam erkennen, dass sein Auto nicht nur einen eigenen Willen hat, sondern auch ein Wesen vom Planeten Cybertron ist: Bumblebee ist einer der guten Autobots, die unter der Führung von Optimus Prime auf die Erde gekommen sind. Sie müssen verhindern, dass das mächtige Allspark dem finsteren Megatron in die Hände fällt.

© 2007 DreamWorks LLC and Paramount Pictures. All Rights Reserved. Hasbro, TRANSFORMERS and all related characters are trademark

Kritik
Was machen außerirdische Intelligenzen, sobald sie mal vom Internet unsere Sprache erlernt haben? - Richtig, sie setzen alles daran, dass ein irgendein Loser beim heißesten Mädchen seiner Schule zum Stich kommt. Lässt man die pathetische Geschichte von interstellaren Mächten, die auf der Erde nach ihrem Würfel suchen, außen vor, ist diese Anmachstory der nicht gerade rührende Kern des neuesten Werks von Michael Bay. Dem hat es augenscheinlich gar nicht gut getan, damals vor Die Insel den schützenden Hafen von Jerry Bruckheimer zu verlassen. Statt knalligem Schmonzes mit Wiedersehenswert schraubt er jetzt nämlich nur noch Schmonzes-Geknalle zusammen: Bei Transformers, einer 150 Millionen Dollar teuren Serie peinlicher Witzchen, beschlossen von einem Abrissbirnen-Finale, gibt es keinen Grund, ihn sich mehr als einmal anzutun. Da sind keine Figuren, die es wert wären, keine Stimmungen, die aufgebaut würden.

Photo Credit: Stephen Vaughan © 2006 Paramount Pictures. All Rights Reserved.
Ganz wichtig: die dunklen Haare. Nur so lassen sich Tea Leoni in Bad Boys und Megan Fox in Transformers gut auseinanderhalten.
Auszuzeichnen versucht sich der Film hauptsächlich durch Häme auf alles, über das sich die Welt schon vor zwei bis drei Jahren satt mokiert hat: einen Präsident Bush, der in seinen roten Socken lieber nach Schokomampf schreit als den Staat zu lenken, schlimme Ebay-Nicknames. Dazu stößt ein Haufen von Dingen, bei denen nur wichtig ist, dass sie zur Produktpräsentation dienen können – wollte Pontiac nicht einen neuen Camarro rausbringen? Cool, einbauen, und bezahlen lassen!
Bei den Kulissen wiederum heißt es wie gehabt Zerfetzen um des Zerfetzens Willen: Was demolierbar ist, das wird auch demoliert, Hauptsache viel Kollateralschaden, auch wenn die Roboter nur tollpatschig im Vorgarten herumstolpern. In all dem stehen, rennen, winden sich manchmal auch Menschen; im Grunde die übliche Mischung aus charismafreien Jungschauspielern, die angenehm fürs Auge sind, und Leuten wie John Turturro, der beim irrigen Versuch scheitert, sich als Clown in Bundesdiensten zu produzieren. Mädel der Begehrlichkeit Megan Fox sieht übrigens unter der schlimmen Bräune aus, als wäre es bei ihrer Besetzung einzig darum gegangen, einen jüngeren Klon von Tea Leoni aufzutreiben. Wer aber achtet schon länger auf sie, wenn das Effektdepartment ein wirbelndes Stahlskelett mit blauen Augen ersonnen hat, das herum hetzt und brabbelt wie ein Ewok auf Koks?

Wenigstens weiß Bay noch, wer sein Held ist: der American Spirit. GIs, die mit ihrem Baby telefonieren und sich dann in aussichtslose Kriege stürzen. Leute, die sich in 50 Jahren nicht fragen wollen, was wohl passiert wäre, wenn sie damals ins Auto eingestiegen wären. Auch wenn es Bay ist, der die Latte von Danksagungen an Verbindungsoffiziere, Air-Force-Basen und sogar das Pentagon höchstselbst im Abspann herunter betet: Ihm hat das Militär für Transformers noch viel mehr zu danken. Und vielleicht, vielleicht benennt man jetzt endlich eine Kaserne nach ihm; Die Leute zum drin Wohnen haben seine Filme schon längst rekrutiert.

© 2007 DreamWorks LLC and Paramount Pictures. All Rights Reserved. Hasbro, TRANSFORMERS and all related characters are trademark


Eine wesentlich höhere Meinung von Transformers hat übrigens Kollege Glock. Hier seine Meinung zum Film.
Die offizielle Homepage des Films (englisch)
http://www.transformersmovie.com/