Die amerikanische Soldatencampidylle in Katar wird empfindlich gestört, als ein
unbekannter Gegner angreift. Um die Datenbank des Pentagon anzuzapfen,
vernichtet er alles. Nur ein kleiner Trupp unter der Führung von Captain Lennox
(
Josh Duhamel) kann entkommen.
Währenddessen ist Sam Witwicky
(
Shia LeBeouf) gerade dabei, sein erstes Auto zu erwerben. Mit einigem
Durchsetzungsvermögen sorgt der gelbe, rostige Camarro dafür, dass Sam ihn
kauft. Und dann spielt der Wagen auch noch Kuppler: Schulschönheit Mikaela (
Megan
Fox) landet auf dem Beifahrersitz.
Bald aber muss Sam erkennen, dass
sein Auto nicht nur einen eigenen Willen hat, sondern auch ein Wesen vom
Planeten Cybertron ist: Bumblebee ist einer der guten Autobots, die unter der
Führung von Optimus Prime auf die Erde gekommen sind. Sie müssen verhindern,
dass das mächtige Allspark dem finsteren Megatron in die Hände fällt.
Was machen außerirdische Intelligenzen, sobald sie mal vom Internet unsere
Sprache erlernt haben? - Richtig, sie setzen alles daran, dass ein irgendein
Loser beim heißesten Mädchen seiner Schule zum Stich kommt. Lässt man die
pathetische Geschichte von interstellaren Mächten, die auf der Erde nach ihrem
Würfel suchen, außen vor, ist diese Anmachstory der nicht gerade rührende Kern
des neuesten Werks von
Michael Bay. Dem hat es augenscheinlich gar
nicht gut getan, damals vor
Die Insel den schützenden Hafen von
Jerry Bruckheimer zu verlassen. Statt knalligem Schmonzes mit
Wiedersehenswert schraubt er jetzt nämlich nur noch Schmonzes-Geknalle zusammen:
Bei
Transformers, einer 150 Millionen Dollar teuren Serie
peinlicher Witzchen, beschlossen von einem Abrissbirnen-Finale, gibt es keinen
Grund, ihn sich mehr als einmal anzutun. Da sind keine Figuren, die es wert
wären, keine Stimmungen, die aufgebaut würden.
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| Ganz wichtig: die dunklen Haare. Nur so lassen sich Tea Leoni in Bad Boys und Megan Fox in Transformers gut auseinanderhalten. |
Auszuzeichnen versucht
sich der Film hauptsächlich durch Häme auf alles, über das sich die Welt schon
vor zwei bis drei Jahren satt mokiert hat: einen Präsident Bush, der in seinen
roten Socken lieber nach Schokomampf schreit als den Staat zu lenken, schlimme
Ebay-Nicknames. Dazu stößt ein Haufen von Dingen, bei denen nur wichtig ist,
dass sie zur Produktpräsentation dienen können – wollte Pontiac nicht einen
neuen Camarro rausbringen? Cool, einbauen, und bezahlen lassen!
Bei den
Kulissen wiederum heißt es wie gehabt Zerfetzen um des Zerfetzens Willen: Was
demolierbar ist, das wird auch demoliert, Hauptsache viel Kollateralschaden,
auch wenn die Roboter nur tollpatschig im Vorgarten herumstolpern. In all dem
stehen, rennen, winden sich manchmal auch Menschen; im Grunde die übliche
Mischung aus charismafreien Jungschauspielern, die angenehm fürs Auge sind, und
Leuten wie
John Turturro, der beim irrigen Versuch scheitert, sich als
Clown in Bundesdiensten zu produzieren. Mädel der Begehrlichkeit
Megan
Fox sieht übrigens unter der schlimmen Bräune aus, als wäre es bei ihrer
Besetzung einzig darum gegangen, einen jüngeren Klon von
Tea Leoni
aufzutreiben. Wer aber achtet schon länger auf sie, wenn das Effektdepartment
ein wirbelndes Stahlskelett mit blauen Augen ersonnen hat, das herum hetzt und
brabbelt wie ein Ewok auf Koks?
Wenigstens weiß
Bay noch, wer
sein Held ist: der American Spirit. GIs, die mit ihrem Baby telefonieren und
sich dann in aussichtslose Kriege stürzen. Leute, die sich in 50 Jahren nicht
fragen wollen, was wohl passiert wäre, wenn sie damals ins Auto eingestiegen
wären. Auch wenn es
Bay ist, der die Latte von Danksagungen an
Verbindungsoffiziere, Air-Force-Basen und sogar das Pentagon höchstselbst im
Abspann herunter betet: Ihm hat das Militär für
Transformers
noch viel mehr zu danken. Und vielleicht, vielleicht benennt man jetzt endlich
eine Kaserne nach ihm; Die Leute zum drin Wohnen haben seine Filme schon längst
rekrutiert.
Eine wesentlich höhere Meinung von Transformers hat übrigens Kollege Glock. Hier seine Meinung zum Film.