Niemand kann Grampa Simpsons finstere Prophezeihung deuten: Der Lake Springfield ist eine Kloake, und Homer bringt sie letztendlich zum Kippen. Daraufhin stellt der Chef der Umweltbehörde EPA, Russ Cargill, mit Erlaubnis von Präsident Schwarzenegger die Stadt Springfield unter eine Glaskuppel. Während die Einwohner bald herausfinden, wer der Schuldige ist, und die Simpsons an einem Fünf-Mann-Galgen aufknüpfen wollen, findet Maggie in ihrer Sandkiste einen Weg nach draußen: Die Familie kann flüchten und möchte in Alaska ein neues Leben anfangen. Da aber heckt Russ Cargill die nächste Stufe seines Plans aus...
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| Wieder mal klein und sehr oho: Baby Maggie |
Im Nachhinein war es immer schon schwer zu rekonstruieren, wie die Simpsons in ein neues Abenteuer gestürzt wurden, oder wer erinnert sich aus dem Stand, warum Homer zur Zeitung fuhr, um dort schließlich Restaurantkritiker und Zielscheibe eines internationalen Kulinarikerkomplotts zu werden?
Simpsons-Gags sind flüchtig. Wenn es gut läuft, dann bleiben von
Die Simpsons – Der Film vielleicht genau so viele Witzchen hängen wie aus einer der klassischen Fernsehfolgen – und das ist ein respektables Ergebnis, denn in den letzten Staffeln war die Serie so schablonenhaft geworden, dass gar nichts mehr hängen blieb. Über den Rest der Pointen, Anspielungen und Kulturzitate lässt sich dann erst wieder lachen, wenn man den Film noch einmal sieht – oder sich Freunde in der Runde gegenseitig hochschaukeln mit dem, was sie sich daraus gemerkt haben.
Fast scheint es, als hätten
Matt Groening und seine Kollegen für die 90 Minuten Großformat jahrelang Ideen horten müssen, obwohl es dabei dreierlei gibt: klassischen Simpsons-Charakterhumor, dann wieder recht aktuelle Anspielungen, wie zum Beispiel auf
Al Gores unbequeme Wahrheit, und Ironisches über das Format. Selbst wenn so getan wird, als sei alles beim Alten, und nun müsse sich eben auch der Film dem Chaos der Simpsons beugen: Eher ist es umgekehrt, mit seinem Anfang, Mittelteil und – fast logischen - Finale, und mit dem gesäuberten, leinwandtauglichen Zeichenstil. In all dieser gelben Herrlichkeit versuchen die Macher, so vielen Springfieldianern wie möglich ihre fünf Sekunden zu geben; Alle kommen irgendwie vor, spätestens im wütenden Mob, und alle machen das, wofür wir sie kennen, sei es der denkfaule Chief Wiggum oder Schlägertype Nelson, der immer einen Grund findet, „Ha, ha!“ zu rufen. Obwohl auch das hier anders klingt als früher:
Die Simpsons – Der Film, das ist nun endlich für diejenigen, die sich bisher vor den neuesten Serienfolgen drückten, der Abschied von vielen vertrauten deutschen Synchronisationsstimmen, allen voran der von Marge: Sie gibt sich Mühe, diese
Anke Engelke, aber sie versucht vergebens,
Elisabeth Volkmann nachzuempfinden, die mit einer Kehle sprach, die sich anhörte, als sei sie über eine Raspel gefahren. Gewohnheitstiere, die wir sind, werden wir uns nach eineinhalb Jahrzehnten Anders-Konditionierung nicht an diese Änderung gewöhnen.
Sonst weitgehend derselbe Unsinn, dieselbe Freude an Wortspielen, gepflegte Running Gags wie das Heimatstaaten-Geheimnis und Selbstverweise, die bis zurück in selige
Simpsons-Folgen gehen: Der Kinofilm positioniert sich genau zwischen dem, was Fans als die Glanzzeit bezeichnen, und dem kreativen Ausbrennen vor Jahren. Neu erscheint wenig, aber Spaß macht es trotzdem. Wenngleich die Gags teils dünner gesät sind als in der Serie – die Länge rächt sich. Auch wenn der Film kurz ansetzen mag und sich sogar eine Figur womöglich für immer aus dem Simpsons-Universum verabschiedet: Änderungen gibt es keine, vor allem nicht an dem, was die gelben Kreaturen für manche so liebenswürdig macht. Das ist er dann wohl auch, der größte Moment des Kinoabenteuers: nicht ein Mörderbrüller, keine Gesangseinlage, kein Starauftritt. Nur Homers so einfache und so schöne Liebeserklärung seiner Marge gegenüber:
„Ich versuch doch nur, den Tag unbeschadet zu überstehen, bis ich mich wieder an dich rankuscheln darf.“ - Es sind eben unsere Simpsons, im Kino.
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Homer auf dem Weg zur Epiphanie - die Kräuter der Schamanin habens allerdings in sich... |