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| Neue Gefahr für Hogwarts: Dolores Umbridge (Imelda Staunton, links) räumt auch gleich unter der Lehrerschaft auf |
Bürokratie-Power haut den grausigsten Dementoren um - zumindest wenn es nach dem fünften Potter-Film geht. In dem werden Voldemorts Seelensauger nämlich umgehend von der viel frustierenderen Bedrohung einer heimeligen, verstohlen aufkichernden, Tee und Kätzchen pflegenden mittelalten Lady abgelöst: Dolores Umbridge, Untersekretärin im Ministerium für Magie, eine Fanatikerin, die ihre Paragraphen tödlicher einzusetzen weiß als andere Zaubersprüche. Spezialität: die Folterschreibfeder. Als langer Arm von Vater Staat zieht sie in Hogwarts ein, um mit inquisitorischen Methoden das zu verhindern, was jede Regierung, besonders aber diese magische fürchtet: von den jungen Eliten gestürzt zu werden. Es folgt der Traum eines jeden Muggel-Lehrers: Weil ihnen im Unterricht nichts beigebracht wird, gründen Harry und seine Anhänger einen Lernkreis – höchst illegal, aber vollkommen gerechtfertigt wenn es gilt, sich gegen das Böse zu rüsten.
Harry Potter und der Orden des Phönix jongliert heftigst mit Inhalten wie diesen. Sei es die Gefahr von innen oder außen, die persönliche Weiterentwicklung des Zauberschülers – samt verlegener Cho-Chang-Küsserei unterm schnell herbei gezauberten Mistelzweig – oder auch das Sortiment von neuen Tieren, Personen und Sprüchen: Wie ein Streifzug in der Buchvorlage, ein finsterer Wald voll Baumstümpfen wirkt das, was Regisseur
David Yates in Bilder umsetzen darf. Bestenfalls angerissen werden die umwälzenden Ereignisse in Harrys fünftem Lehrjahr, in dem ansatzweise
Helena Bonham Carter als Bellatrix auftaucht oder Charaktere wie Hermine ohne jede Erklärung ganz andere Seiten aufziehen – Ist es die Pubertät, ist es die schlimme Lage? Gründe, die werden hier nicht geliefert.
Was sich der Film zur näheren Betrachtung herausgreift, sind im Endeffekt Dinge, die optisch oder vom Streitwert etwas hergeben; am besten beides, wenn sich zwei Professorinnen auf einer Stiege flüchtig wortduellieren, und diejenige, die gerade obenauf ist, auf der höheren Treppe zu stehen kommt. Hinter diesen Bonbons fürs Auge werden die jugendlichen Schauspieler von Yates zwischen leichter Verzweiflung und leuchtenden Augen wie unterm Weihnachtsbaum herumgeschleudert. Wenig besser steht es um die Erwachsenen am Rand: Nur
Imelda Staunton zeigt als Mrs. Umbridge auf, daneben ist einmal mehr
Alan Rickman mit seinem widerwillig grantigen Severus Snape einzigartig.
Sie alle gondeln in einem Umfeld herum, das nicht nur durch seine vielen Szenen im Halbdunkel noch einmal düsterer geworden ist. Und gewalttätiger – nicht physisch, dafür hat der jugendfreigabenfreundliche Schnitt gesorgt, aber psychisch. Ist das das rasche Heranwachsen einer Generation in einer belagerten Stadt? Fast scheint es, als wolle der Film, der bisher schwächste der Reihe, das sagen, und sich damit endgültig aus dem Bereich der kindlichen Phantasie katapultieren. Aber keine Sorge, das hat er auch so geschafft. Kindlich, das ist bei
Harry Potter nur noch das eine oder andere Gesicht.
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| Das fällt wohl dann unter den Begriff Potter-Schmuserei... |