Hostel I fiel genau in die Zeit, in der Häftlinge aus Guantanamo von den Titelseiten aller Gazetten lachten - zumindest wenn man sich unter den Säcken über ihren Köpfen ein Lachen vorstellte. Somit hatten die übertriebenen Folterszenen eine verschwindend kleine Berechtigung. Beim zweiten Teil gibt es nun keine Ausreden mehr. Ärgerlich ist hier nicht die Gewalt; die sieht man so jeden Tag im Kinderprogramm. Böse machend ist eher, dass Schreiber und Regisseur
Eli Roth annimmt, dass er ein zweites Mal mit dem gleichen Film durchkommt. Wahrscheinlich war er selbst ein bisschen skeptisch, sonst hätte er nicht ein paar Twists und eine stärkere Charakterzeichnung der Täter eingebaut.
Das kommt dann punktuell auch nicht so schlecht, wirkt aber nur aufgrund der mangelhaften Dramatik und der klischeehaften Figuren. Der Mann hat als Handwerker nichts drauf. Seine Filme leben nur vom extremen Thema. An einer harmlosen Liebeskomödie würde Roth scheitern wie die österreichische Fußballmannschaft an Kap Verde oder Andorra.
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| Liebes Tagebuch: Mein Freund ist so unscharf. |
Wie oben erwähnt besteht der Hauptunterschied zum ersten Teil in der stärkeren Beschäftigung mit den Tätern. Todd (
Richard Burgi) und Stuart (
Roger Bart), zwei gelangweilte Geschäftsleute, sollen das Spektrum der wahnsinnig vielen Charakterdarstellungen erweitern. Die klare und klischeehafte Rollenverteilung der beiden, inklusive der miesesten Synchronstimme der Welt (Todd ist nur lächerlich) kann aber nur als Reinfall bezeichnet werden, besonders in dem Moment, in dem beide ihre wahren Gesichter zeigen. Ich sage nur : Hobbypsychologie.
So tuckert
Hostel II wie eine ungewartete Kettensäge dem Ende zu. Manche werden schockiert sein (Frauen), manche finden es geil (Proleten), andere finden es nur billig (ich). Wer jetzt auch noch glaubt, dass es keinen dritten Teil geben wird, der kann sich getrost zur zweiten Gruppe zählen.