Bob „Lee“ Swagger - was für ein Name. Haariger als die haarigsten Eier, die man in Texas finden kann (einfach in einem englischen Wörterbuch nachschauen, was er bedeutet).
Antoine Fuqua, der sich langsam aber sicher zu einer fixen Größe im Bereich Auftragsregisseur mausert, liefert mit
Shooter einen durch und durch an die 90er angelehnten Actionthriller ab.
Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Ein handfeste Verschwörung, einen Helden, der in selbige gerät, einen Rachefeldzug, der
Point Blank wie eine Märchengeschichte erscheinen lässt und Action, die man schlichtweg als altmodisch, aber handfest beschreiben kann. Und wer auch noch Goreeffekte mag, der ist hier bestens aufgehoben.
Die Handlung ist eigentlich nur das Vehikel für Napalmexplosionen, Gliedmaßenverluste („Thumbs away“ für Elias Koteas) und Selbstverarztungen, bei denen sogar Rambo schlecht geworden wäre.
Mark Wahlberg erweist sich dabei als durchaus passabler Actionhero auf den Spuren von Bruce und Sly. Die Show stehlen ihm aber ein bisschen der gaaanz böse
Danny Glover und ganz besonders sein etwas trotteliger Sidekick Nick Memphis (herrlich:
Michael Peña), der zuerst nur als Nebenfigur auftaucht, später aber ein sehr wichtiger Charakter wird. Die Frauenfiguren sind leider etwas zu passiv geraten.
Kate Mara und
Rhano Mitra dürfen nur als kleine Helferlein den großen starken Männern unter die Arme greifen. Na ja. Wenigstens spart sich Fuqua die Liebesszenen.
Was auch noch auffällt ist, dass Shooter ein sehr „demokratischer“ Film ist. Hier wird zwar Kritik am System geübt (Politiker sind nämlich korrupt), das Land selbst steht jedoch außer Zweifel. Swagger (herrlich, diese Haare auf den riesigen Eiern) ist ein Patriot, der von seinen eigenen Leuten gelinkt wird.
Das nimmt er nicht persönlich, viel mehr geht ihm an die Nieren, dass die höchsten Vertreter seiner Heimat deren Werte verraten. Und so muss man halt mit ein bisschen Munition seine Argumente untermauern.
Rambo hat sich auch nicht auf seinen etwas weniger haarigen Eiern herumtreten lassen. Der ist gleich mit der Panzerfaust angerückt.
Und so selbstjudiziert sich Swagger durch
Shooter, bis kein Feind mehr übrig bleibt und der Schnee mit Gehirnen gepflastert ist. A propos Gehirn: Ihres wird während dieses Films nicht gerade überstrapaziert, trotzdem sollten Sie sich dieses Actionvehikel gönnen, da es eines der besten seit einer langen Zeit ist.