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Information – Desinformation
Perspektiventrick und tief ausgeschnittenes Kleid: Wer James Foleys Thriller ansieht, der lässt sich auf eine Irrfahrt mit seiner Wahrnehmung ein.


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Ansichten von Thomas Taborsky

Gerade hat Enthüllungsreporterin Rowena (Halle Berry) den Skandal um einen Senatoren aufgedeckt, da wird die Geschichte auch schon von ihren Bossen unter den Tisch gekehrt. Statt den ihr nahegelegten Urlaub zu machen, wirft sie den Job hin – und trifft in der U-Bahn ihre Kindheitsfreundin Grace. Die erzählt ihr davon, dass sie es dem berühmten Marketing-Agenturbesitzer Harrison Hill (Bruce Willis) heimzahlen will, weil der Grace nach einer heißen Online-Affäre über Nacht abserviert hat.

Eine Woche später ist die Freundin tot. Während die Polizei keine Anhaltspunkte hat, ist für Rowena klar, dass Hill hinter dem Mord stecken muss. Zusammen mit ihrem besten Freund und Kollegen Miles (Giovanni Ribisi) beginnt sie nachzuforschen, und schleust sich als Aushilfe in Hills Agentur ein. Sie will ihm eine Falle stellen.

Kritik
© 2007 Sony Pictures Releasing GmbH
Das Auge ist unschuldig; Der Verstand ist der Täuschkörper. In seinem Thriller Verführung einer Fremden weiß James Foley (Fear, Die Kammer, The Corruptor) den Geist gehörig zu narren. Aus der Sicht, nicht aber mit dem Wissensstand seiner Heldin baut er ein Geflecht aus kantigen Psychogrammen, mondänen, farbgebadeten Settings, harter Sprache und Flashbacks. Hier lässt er Heidi Klum erscheinen, da den Namen einer großen Schuhmarke fallen; Fertig ist eine große, schicke Welt, in der sich nur Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit wohl fühlen werden. Mittendrin: Halle Berry als Zielfixierte, Bruce Willis als Typus aggressiver Macher/Schwerenöter mit ungebändigtem Kreativ-Haarschöpfchen und schließlich Giovanni Ribisi, der die Rolle des halb alkoholischen, halb obsessiven Hackers von ihrer zwangsweisen Peinlichkeit weitgehend befreit.

So zeitgemäß der Film auch mit seinem Look und seinem Irak-Verweis sein will: Vor allem im Cyber-Anteil hängt er Jahre zurück. Private Sex-Chats, die rasenden Bits auf der Daten-Autobahn... Wie ungern Hollywood Neuerungen aus der Obskuritäts-Ecke entlässt, hier wird es deutlich. Weitaus erfolgreicher weiß die Geschichte hinter den Windungen und Wendungen ihre finale Auflösung zu verbergen - wenngleich das Ende viel mit einem Luftballon gemeinsam hat, dem gerade die Luft ausgegangen ist. Die Spannung davor, das Faktum, dass einfach alle Handelnden Dreck am Stecken haben und die aufrissfreundliche Kleidung von Berry tragen jedoch viel dazu bei, dass Verführung einer Fremden letztendlich doch etwas mehr als nur Durchschnittsware ist.

Zitat
Gina: „Zeig mir eine schöne Frau und ich zeig dir einen Mann, der keinen Bock mehr hat, sie zu vögeln.“
Die Webseite des Films
http://www.verfuehrung-einer-fremden.de/index.html