Als Baby hat ihn seine Mama auf der Schwelle eines Waisenhauses zurückgelassen. Inzwischen ist aus Lewis aber ein sehr patenter kleiner Erfinder geworden, obwohl seine Kreationen nie ganz so funktionieren wie er will. Auch mit einer neuen Familie will es nicht klappen. So schraubt Lewis weiter, sehr zum Leidwesen seines Zimmergenossen Goob, der um seinen Schlaf gebracht wird.
Weil er hofft, so seine Mutter zu finden, baut Lewis eines Tages einen Gedanken-Scanner. Am Projekttag, wo er ihn präsentieren will, taucht plötzlich Wilbur, ein seltsamer Junge auf. Der warnt ihn vor einem Mann mit Melone. Minuten später stiehlt genau dieser Mann die Erfindung, und verschwindet. Bald schon stellt sich heraus: Der Dieb kam aus der Zukunft, genau wie Wilbur, und es ist ganz entscheidend, dass Lewis sich seine Erfindung zurück holt.
Die Zukunft: Wolkenkratzer ziehen sich selbst in die Höhe. Klaustrophobiker kauern bibbernd in den Ecken, weil der Personentransport mit überdimensionalen Seifenblasen und Rohrpostsystemen abgewickelt wird. Der Wildwuchs von Rasen und Sträuchern ist endgültig bezwungen. Superhelden liefern uns die Pizza vor die Tür, während im Haus ganze Frosch-Swingband-Kombos für die Dinnermusik zuständig sind. Haargel ist wieder Pflicht, und die Schweiz heißt nun Westösterreich. Wer aber ist der Schöpfer dieser neuen Zeit? Ausgerechnet einer, der spricht und aussieht wie Thomas Gottschalk.
Es ist die Schreckensvision einer Kaugummi-Pastellwelt, eines globalen, kostenfreien und stets geöffneten Disneyland. Alle sind crazy, alle sind verdammt glücklich. Eine Idylle, über die sich die Simpsons schon vor 15 Jahren zerkugelten; Hier im geistigen Baby des Mäuseohren-Konzerns lebt sie weiter. Triff die Robinsons ist dabei geradezu ein Streber unter Seinesgleichen: Fett prangt am Ende ein langes Zitat von Walt Disney, um mitzuteilen, wie inspirierend das gerade Gesehene, und wie visionär Onki Walt doch war. Gib niemals auf!, nur eine der Parolen, die der Film heraus posaunt, genau wie die Botschaft Wenn du es baust, werden sie kommen.
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Ihre Welt bauten Stephen J. Anderson und seine Animatoren mit kräftigen Anleihen an die 1950er - so als hätten sie den letzten Zeitpunkt wiedererschaffen wollen, als daheim in Amerika noch alles eitel Wonne war: die Familie unzerrüttet, der Fortschrittsglauben ungebrochen und die Heckflossen unübersehbar. Dumm nur, dass sie dabei ihrer eigenen Story misstrauten: Den geradlinien Weg eines Waisenjungen, der mit Grips Erfolg hat und seine Familie findet, verbogen sie erst mal gehörig, zogen einige Stopschilder und Umleitungen ein und pflasterten ihn mit Figuren zu, die nur zur sinnfrei lustigen Ablenkung da sind. Manche von ihnen, wie der Pudel, sind gerade mal gut genug, für einen Wimpernschlag-Gag herzuhalten. Trotzdem bleibt gerade wegen ihnen keine Zeit, die wichtigen Charaktere kennenzulernen. Ja nicht satt sehen an irgendetwas, scheint das Motto gewesen zu sein – Ja, wann soll dann Zeit genug sein, irgendeinen der putzigen Kerlchen auf Dauer lieb zu gewinnen?
Triff die Robinsons ist also nur ein weiterer Beweis dafür: Disney – das zeigt die jüngste Vergangenheit – hat die zeitlosen Geschichten links liegen gelassen, um es jetzt nicht einmal zu schaffen, seine neuen wertkonservativen Mären zeitgemäß, geschweige denn gut zu erzählen. Bei all dem übertünchenden Spaß stimmt das erst richtig traurig.