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| Travolta als einsamer Wolf/Polizist |
Ein Remake - diesmal immerhin mit wirklich starträchtiger Besetzung - einer längst vergessenen, aber ehemals Coverstory-trächtigen „wahren“ Geschichte (zumeist ein Feind des Durchschnittsfilms). Wieder einmal werden geistig abartige Serien-Killer von Frauen von „Most sexy“-Listen und krampfhaft niedergehübschten Hollywood-Beaus gespielt (
Jared Leto mit Toupet, wie gesagt). Schon gar keinen Sinn macht das, wenn zwar der Regisseur der echte Enkel eines echten ermittelnden Polizisten im echten Fall ist, andererseits jedoch noch Originalfotos von dem ungleichen Killer-Pärchen existieren, auf denen die Herzensdame eine zentnerschwere Frau ist, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch keinen rauchig-erotischen spanischen Akzent hatte. Das allein macht nichts –
Bonnie & Clyde ist ja schließlich auch kein schlechter Film. Das würde hier auch funktionieren, stünde die abstruse Abhängigkeits-Beziehung zwischen dem Kleinbetrüger und der in der Jugend lange Jahre vom großen Bruder missbrauchten Schönheit im Mittelpunkt. Doch schon die Dialoge werden zu Plattitüden - Marthas Morddrohung „Dont you ever love any of them!“ ist eine davon. Der Killer wird zum in jeder Hinsicht simplen Opfer einer eifersüchtigen Irren, die von ewiger Liebe faselt und ihn gleichzeitig zu Mord und anschließender Leichenzerstückelung anstiftet. Da liegt dann eine blasse Tote malerisch im blutigen Wasser der Badewanne, einer Frau wird während dem Sex der Schädel mit einem Hammer eingeschlagen, neben der noch zuckenden Leiche wird fröhlich weiterkopuliert; Kinder werden ermordet, einfach nur weil sie nerven. Aber seelische Hinter- oder Abgründe tun sich trotzdem keine auf.
Dass der beteiligte Polizist eine tote Frau - Selbstmord am Jahrestag - und einen pubertierenden Sohn (nicht im Griff) hat, muss irgendwie sein. Und natürlich hat er ein Verhältnis mit seiner Arbeitskollegin (
Laura Dern), die er aber wegen seines abgeklärt-abgekühlten Herzens nicht wirklich an sich ranlässt. Doch von
John Travolta gespielt lenkt die Figur noch mehr vom Thema ab: Man denkt an Face/Off und sieht einen sinnlos teuren C-Film. Ein junger großspuriger Polizei-Kollege mit Hang zu verbalem Größenwahn und dafür abgefangenen Ohrfeigen (
Scott Caan) gehört ebenfalls zum Repertoire.
James Gandolfinis zugegebenermaßen geile Stimme erzählt dazu die tragischen Ereignisse im Voice-over, darüber plätschert Jazz am Klavier. Und am Ende sind wir dann alle doch für die Todesstrafe, vor allem, wenn
Salma Hayek vorher noch einen coolen Satz sagen darf (und sich gleich zu Beginn des Filmes ungerührt nach einem Blowjob bei einem Polizisten zwecks Strafzettelvermeidung die Lippen knallrot nachgezogen hat). Sieht gut aus und bleibt leider trotzdem belanglos.
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| Serienmörder-Pärchen-Stillleben mit Leichenteil |