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Der Bösewicht des Jahres
Guillermo del Toro entführt uns in eine Märchenwelt von Feen und Monstern.


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Ersponnen von Markus Steiger

Die kleine Ofelia (Ivana Baquero)findet sich zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges 1944 mit ihrer Mutter (Ariadna Gil) in den Wäldern wieder, wo ihr neuer Vater, Kapitän Vidal (Sergi Lopez), den Kampf gegen die Kriegsverlierer und Guerilleros führt. Dieser stellt sich als Sadist heraus, der Gefangene quält und Ofelias Mutter nur wegen seines Sohnes, welcher in ihrem Körper heranwächst, duldet. Ofelia flüchtet sich darauf hin in eine Phantasiewelt, in der sie eine verlorene Prinzessin ist, die von Pan, einem Fabelwesen, Aufträge erhält.

Kritik
Foto: Senator FilmFoto: Senator Film
Diese Welt - und eine ganz andere:
Sergi Lopez und Ivana Baquero tragen Pans Labyrinth
Pans Labyrinth ist kein einfaches Erlebnis. Guillermo Del Toro, der bisher mit eher mittelmäßigen amerikanischen Produktionen nicht aufgefallen ist (Blade II war sogar übel), hat mit diesem Film einen für alle wirklich überraschenden Erfolg gelandet. Selten zuvor hat man eine derartige Mischung aus Historienfilm, ultrabrutalem Kriegsdrama und wundersamer Märchenerzählung gesehen.

Was den Film unter anderem ausmacht, sind die optischen Reize. Eben die sind auch bei den Oscars mit Auszeichnungen bedacht worden. Die Kamera und der Schnitt sind wunderbar eingesetzt, und auch das Setdesign ist opulent. Der Film ist in warmen Brauntönen gehalten. Manchmal nimmt der Regisseur aber auch Farbe heraus, um z.B. Blut stärker hervorzuheben.

Das Offensichtliche ist aber nur ein kleiner Teil dieses Meisterwerks. Kernstück sind die schauspielerischen Leistungen. Und hier muss die Figur des Kapitän Vidal, dargestellt durch einen genialen Sergi López, hervorgehoben werden. Er ist die Figur, an der sich alle anderen ausrichten, der Referenzpunkt in Pans Labyrinth. Man kann hier getrost von einem der besten Bösewichte der Filmgeschichte sprechen. López schafft es, seiner absolut bösen Figur eine doch irgendwie menschliche Seite zu geben. Er ist ein Mann, der unbedingt so werden will wie sein Vater, und alles dafür tut. Del Toro zeigt sowohl seine wunden Punkte als auch die absolute Rücksichtslosigkeit im Erreichen seiner Ziele.

Was er darüber hinaus zeigt, ist ein nahezu unerträgliches Maß an Gewalt. Da verschwindet schon einmal eine Nase unter heftigen Schlägen mit einem Revolvergriff, und in Sachen Headshotquote nimmt es der Film locker mit The Departed auf. Im Gegensatz zu Scorseses Film ist Pans Labyrinth aber wirklich einfallsreich und interessant bis zum traurigen Ende. Als Märchen für Erwachsene wird er bezeichnet, und diese Bezeichnung trägt er zu Recht. Ein Pflichtfilm.