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Buddy bekommt Besuch
Knallig, blutig, überbesetzt mit coolen Typen: Das verhinderte Glanzstück Smokin’ Aces hätte ganz groß werden können.


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kräftig durchgeladen von Thomas Taborsky

In einem Hotel am Lake Tahoe in einer Penthouse-Suite mit Panoramablick hält sich Buddy ’Aces’ Israel (Jeremy Piven), durchgeknallter Entertainer und die Nummer Zwei der Mafia von Las Vegas, verschanzt. Sein Manager verhandelt gerade die letzten Details seines Kronzeugendeals mit dem FBI aus. Doch auch mit dem Trupp an Sicherheitskräften vor seiner Tür ist Buddy nicht mehr lange sicher: Der Kapo, Primo Sparazza, hat eine Million Dollar für den ausgesetzt, der Israel tötet und ihm sein Herz bringt. Kaum ist die Nachricht draußen, brechen diverse Leute auf, um sich das Kopfgeld zu holen, alle mit genialen Plänen bewaffnet, wie sie in die Suite kommen wollen. Unterwegs nach Tahoe sind aber auch Agent Messner (Ryan Reynolds) und sein Partner (Ray Liotta), die sicherstellen sollen, dass ihr wertvoller Mafioso nicht gekillt wird.

Kritik
© 2006 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.
Die Zielperson: Buddy 'Aces' Israel (Jeremy Piven)
Harte Männer. Tödliche Frauen. Abgedrehte Killer. Nazi-Punks. Schwatzhafte Ganoven, die es nicht lange machen, aber sagenhaft abtreten. Pokerkarten als Projektile. Das fetteste, durchschlagkräftigste Scharfschützengewehr ever. Ein zärtlicher Totenmaskenmacher. Zugekokste Callgirls, deren reglose Leiber wie leere Wodkaflaschen von der nächtlichen Orgie zeugen. Kettensägendonnern. Wehrmachtsymbole am Lake Tahoe. Ein dürres Kind, ein wahr gewordener Karate-Kid-Albtraum. Jason Bateman mit einer Stimme wie ein Aschenbecher, umrahmt vom Kopf eines Häschenkostüms und dem Rest seines Porno-Zimmers. Zwei Profis in einem Fahrstuhl; Keiner verlässt ihn. Western-Mundbewegungen. Mafialegenden. Rippenspreizer. Ben Affleck als Marionette. Pillen, Pillen, ein ganzer Tisch voll wunderbarer Pillen. Und Jeremy Piven, der im Bademantel schweißüberströmt durch die Gegend torkelt, mit dem selbstsicheren Grinsen einer panischen Zielscheibe in der Fratze.

Warum überrascht es nicht, dass dieser Film zu vielversprechend war, um epochal zu werden?

Mit dem, was Smokin’ Aces auffährt, hätte der Film das Actiongenre gehörig aufmischen können: eine unvergleichliche Schauspieleransammlung in denkwürdigen Rollen, schweres Gerät und alleine schon die Vorgabe, dass alle so schnell wie möglich in diese eine Hotelsuite stürmen müssen, um dort einem Mafia-Kronzeugen das Herz rauszureißen. Oder, was FBI und Security angeht, diese Hatz zu verhindern, was zu noch mehr Blut und Ballerei führen muss.
Auch Regisseur Joe Carnahan wäre zuzutrauen gewesen, dieses Spektakel furios durchzuziehen; Schließlich hieß schon sein allererster Film Blood, Guts, Bullets and Octane. Stattdessen fährt er aber Emotionen auf. Überbordende Gefühle, die aus harten, schrägen Hunden Heulbojen machen. Schweigen die Waffen, brechen Konflikte aus: mit dem Kameraden, mit dem eigenen Gewissen. Wir lieben uns, deshalb machen wir die anderen tot, nicht des Geldes wegen. Plötzlich ist der Kern, das waffenstarrende, fröhliche Delirium, zweite Geige hinter diesen Beziehungskisten, ist es nicht mehr genug, nur cool auszusehen. Zerbröselt der explosive Unsinn, der Smokin’ Aces zum sinnfreien Spaß machen sollte, an Tragik und Ernsthaftigkeit. Die Überreste reißen nur bruchstückhaft hin: als anfallsweise rasantes Gemetzel, bei dem die meiste Freude darin besteht, jene Stars zu identifizieren, die kurz schon darauf den Body Count in die Höhe treiben.

© 2006 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.
Die Killerin: Dicke Wumme für Alicia Keys in ihrem Filmdebüt

Zitat
Loretta funkt zu Georgia:„Oh wait a minute. I think the ho' train just arrived.“

Agent Messner kämpft sich endlich zu seinem Partner Carruthers durch, der fast regungslos im Lift liegt: „How bad?“
Carruthers (ächzt): „Mortal.“

© 2006 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.
Der Gute: FBI-Agent Messner (Ryan Reynolds)
Die offizielle Webseite
http://www.smokinaces.net/