Viel braucht es nicht, um zu erspüren, dass
Reto Salimbeni ein Werbefilmer ist: Die Schauwerte, die er aufbietet, verraten ihn. Das Clubbing, das nur einen Schnitt von einer Einstellung auf eine Whiskyflasche und zwei Gläser entfernt ist. Das dralle Ex-Model, das einem als Ärztin präsentiert wird. Noch mehr Models. Die ausgesuchte, hochklassige Ästhetik der Sets, die gut aussehen, selbst wenn sie es nicht sollten.
Til Schweiger nur in Boxer-Shorts. Halt, Letzteres ist kein Merkmal, eher eine Wiederholungstat, siehe allein
Wo ist Fred?.
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| Durchschauter Dressman: Eddie (Til Schweiger) macht seiner Verlobten Judy (Stefanie von Pfetten) nichts mehr vor |
Dass der Schweizer Regisseur bei
One Way, einem Film, zu dem er auch das Drehbuch schrieb, nicht aus eigenen Erfahrungen schöpft, ist anzunehmen. Obwohl es darin um den Werbeprofi Eddie Shneider (
Schweiger) geht, der ins gemachte Bett von Wohlstand, Traumkarriere, liebevoller Verlobter, sogar Schwiegereltern mit Hauspersonal und Familienanwalt fällt. Gerade als er es sich dort gemütlich machen will, wird seine beste Freundin und Kollegin Angelina (
Lauren Lee Smith) vom Söhnchen des Agenturchefs vergewaltigt. Die Lügen und Betrügereien nebenher, die bisher sein Leben so toll machten, holen Eddie jetzt ein, und kippen die kurze Park-Avenue-Existenz ins Bodenlose.
Sogar der Besucherraum seiner Haftanstalt sieht unfassbar gut aus.
Eben dieses üppige Designergewand, das er dem Film verpasst, weiß Salimbeni partout nicht mit Leben zu erfüllen. Dabei wäre
One Way auf dem Papier ein hartes, wenig aussparendes Drama auf dem Weg zum Thriller, das es sich verdient hätte, so emotional umgesetzt zu werden, wie es mit seinen Figuren verfährt. Stattdessen üben sich seine vor die Kulissen gestellten Akteure in sterilen Dialogen, die sie ihrem Gegenüber vorwurfsvoll ins Gesicht knallen; Je kleiner dabei die Rolle, desto billiger der Effekt. Der einzige, der kurzfristig Eindruck schinden kann, ist
Michael Clarke Duncan in der dankbaren Rolle des mysteriösen Generals, das aber auch nur, weil eine nagelneue Uniform, eine Tommygun und
Michael Clarke Duncan ein unwiderstehliches Trio bilden. Der Rest ist wie eine der Schockpräsentationen der Hauptfigur Eddie: für den Effekt gut, doch mehr als ein paar Bilder bleiben nicht zurück.
Als Anthony sich nicht vom Lenkrad losreißen kann, an das er gefesselt ist, liefert Angelina ein zweifelhaftes Product Placement: „Audis sind solide Autos, da geht nichts kaputt“
Anwalt Nick Swell berechnet Eddies Überlebenschancen im Gefängnis: „... oder mit anderen Worten: Du bist zu 100 Prozent gefickt, mein Freund.“