Sänger in Wrestling-Stramplern, die kein Brusthaarlöckchen vorenthalten, sind out. Brusthaare sowieso. Tarotkarten sind so weg vom Fenster, dass sie ihr Dasein um drei in der Nacht in armseligen Viertprogramm-Anrufsendungen fristen. Rock überhaupt ist eine Abteilung im Musikmuseum,
Meat Loaf wieder das Fleischlaibchen, das man auf dem Burger findet.
Wayne’s World ist 15 Jahre her,
Dio verdammt noch mal 65; Kein Teenie kennt ihn heute. Und warum wird
Jack Black von vier weiß angezogenen, gewindelten Clowns mit Bowlerhüten verprügelt?


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Homerecorder und Psychedelo-Schlümpfe: Kyle Gass und Jack Black lavieren sich durch Kings of Rock - Tenacious D |
Das Kurzzeitgedächtnis unserer Popkultur ist unerbittlich. Wer deshalb nicht gerade ein Nerd, Rockfanatiker oder über 30 ist, wird bei
Kings of Rock - Tenacious D seine Liebe Not haben, mehr als zwei eingerauchte Existenzen zu erkennen, die wegen einer abstrusen Idee durchs Land streunen, andere seltsame Gestalten treffen, herum scheitern und unglaublicherweise doch ihr Glück finden. Der Road Trip zum Ruhm wird im Fall des von KG und JB mehr oder weniger in Form eines waghalsigen Rock-Musicals abgehandelt, angereichtert mit Helden und Weggefährten von Tenacious D. Erzählt wird die Gründungsgeschichte der Zwei-Mann-Band, vom sagenhaften ersten Treffen bis zur Suche nach dem Gitarrenpick Satans.
Fast alles, was im Film vorkommt, hat seinen tieferen Grund irgendwo in den zehn Jahren, die
Jack Black und
Kyle Gass schon als
Tenacious D Comedy machen: der Auftritt von
Ronnie James Dio, dem sie in einem Song huldigten, auch der Kampf gegen den Teufel -
Foo Fighter Dave Grohl persönlich - der Gegenstand von
Tribute, ihres bekanntesten Lieds, war. Oder der cock push-up. Eine Schlachtplatte quasi, aufgebaut auf den besten Nummern des Duos, auf der sich Dinge wie ein desaströser Auftritt von
Ben Stiller, ein großartiger von
Tim Robbins, ein nachbauwürdiger Gig-Simulator, diverse Anspielungen auf Kultfilme und ein Ketchup-Pentagramm wiederfinden. Der großartigste Song der Welt wird gespielt, der bessere,
Tribute, nicht - was Fans aufregen wird – und die Lehre verbreitet, dass du nie weißt, aus welcher Situation du dich rausvögeln musst. Nett, das alles, in den guten Momenten aufgekratzt komisch, aber nicht einmal annäherungsweise die ersehnte legendäre Blödel-Extravaganza, die das Prädikat 'Rock’n’Roll' verdient hätte.