Ein Anruf. Wer will dem kleinen Arthur da zum Geburtstag gratulieren? Der Präsident? Nein, die Eltern: Sie können nicht nach Hause kommen, um mit ihrem Sohn zu feiern „Es war nicht der Präsident“, sagt Arthur leise, und seine Augen glänzen wässrig. – Nicht als Elendsdrama, aber knapp daran beginnt
Luc Besson die erste Verfilmung aus der von ihm verfassten Kinderroman-Reihe.
Arthur und die Minimoys ist eine Mischung aus Realerzählung und Animation, die ihre Kalkuliertheit nicht kaschieren kann: Egal ob er es gerade auf Emotion oder Lacher abgesehen hat, immer wird dick aufgetragen. Da macht die Großmutter vor ihrem Enkel gute Miene zur überfälligen Hypothek während andernorts knubbelige Figürchen mit noch knubbeligeren Nasen herumrennen. Gut, nicht herumrennen, sondern mit einer Miniatur-Flak auf eklige Fluginsekten feuern.
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Mangel an Einfallsreichtum kann man Besson keinesfalls unterstellen, zumindest nicht im detailliert gestalteten Mikrokosmus nebenan, in den Arthurs Reise führt. Dort nämlich sind der spurlos verschwundene Abenteurer-Großvater und ein Schatz, der Familienfarm und Minimoy-Welt retten kann, zu finden. Der Weg zum Erfolg führt selbstverständlich über das Heldentum: Ein winziges Exkalibur wartet in einem Wuzi-Steinchen darauf, gezogen, die stolze Prinzessin Selenia, erobert und die Pläne des finsteren Maltazard darauf, durchkreuzt zu werden. Besson nimmt in seiner Geschichte ebenso Anleihen bei klassischen Legenden wie er schonungslos in der jüngeren Filmgeschichte wildert. Überhaupt bezieht er von dort die besten Pointen, auch die kleine
Travolta-
Pulp-Fiction-Einlage auf dem einmalig gelungenen Disco-Plattenspieler.
Obwohl die Reise durch die Grashalm-Welt manchmal erstaunlich locker vor sich geht, entwickelt der Film die Angewohnheit, zwischen diesem relaxten Spaß und schlimmst aufgedrängter Unterhaltung zu pendeln. Zudem ist der Miniaturkosmos zwiespältig: zwar weitgehend niedlich gestaltet, aber mit frappierenden sexuellen Untertönen – von wegen
Ich rette den Tag, indem ich die Prinzessin fast ausziehe, oder die im Film aufgestellte
Ein-Kuss-eine-Hochzeit-Regel.
Während aber im Animationsteil die humorige Beredtheit und viele nette Details so manche Seltsamkeit vergessen lassen – selbst die Stimme von
Bill „Tokio Hotel“ Kaulitz, die viel zu alt für seine Rolle klingt - ist der Realpart mit
Mia Farrow und
Freddy Highmore nichts als klischeebeladen und erbärmlich platt. Man schmunzelt viel in
Arthur und die Minimoys, und schüttelt genauso oft wenig später den Kopf – eine traurige Form von Abwechslung für einen Film, der sich eigentlich mit so viel liebevoll Gemachtem schmücken könnte.
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| Beta bewacht die Pforte zum Reich der Minimoys |