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Ganz besondere Wörter
Um ihren Freund, das Ferkel zu retten, vollbringt eine Spinne Wunder: Das Kinderbuch Charlotte's Web hat auf der Leinwand kein bisschen von seinem Zauber eingebüßt.


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Beobachtungen von Thomas Taborsky

Die kleine Fern (Dakota Fanning) rettet in letzter Sekunde ein winziges Ferkel vor dem Beil des Vaters. Obwohl es die Eltern gar nicht gern sehen, nimmt sie Wilbur bei sich auf und verspricht, dass ihm nichts passieren wird. Bald aber ist das Schweinchen zu groß fürs Haus: Fern muss es gegenüber bei ihrem Onkel im Stall unterbringen. Die anderen Tiere nehmen den Neuankömmling reserviert auf; Schließlich steht das Räucherhaus in Sichtweite, und sie wissen, dass Frühlingsschweine das Weihnachtsfest nicht erleben.
Eines Nachts, als Wilbur sich ganz allein fühlt, hört er eine freundliche Stimme. Am nächsten Morgen darauf stellt sich eine weitere Stallbewohnerin vor: die Spinne Charlotte.

© 2005 Paramount Pictures. All rights reserved.

Kritik
Unter den Kinderbüchern gibt es kaum ein schöneres und traurigeres als die Geschichte vom kleinen unvoreingenommenen Frühlingsferkel und seiner Freundin, der Spinne Charlotte, die ihm verspricht, dass er nicht als Weihnachtsschinken enden sondern den Schnee fallen sehen wird; von einem Mädchen, das ein letztes Mal vor seiner Jugend ein Tier mehr lieb hat als einen Menschen. Und von ein wenig Magie.
Oh ja, über Schweinchen Wilbur und seine Freunde lässt sich schwärmen. Auch die Neuverfilmung des Stoffes bewahrt sich die Dramatik, den Spaß und die große Tragödie, um auf unseren Gefühlen wie auf einer Klaviatur zu spielen. Einzige Voraussetzung: Man muss sich darauf einlassen. Wer das nicht macht, fühlt sich von Erzählern, die einem dauernd weis machen wollen, dass in dieser ganz gewöhnlichen Scheune etwas ganz Besonders passieren wird, nur genervt. Oder fragt sich gar, was die beiden Raben-Zaungäste in der Geschichte zu suchen haben.

Natürlich ist jedes der 47 Ferkel, die für den Film eingesetzt wurden, süß, sind die Einlagen der Tiere im Stall putzig, die Menschen mehr oder weniger Statisten und die Gegend so kitschig herausgeputzt, dass man sie am liebsten in eine Schneekugel stellen möchte. Ganz abgesehen davon, dass Beau Bridges in einer winzig Mini-Rolle seine Aufwartung macht. Wirklich erstaunlich ist es, dass Julia Roberts und ihre deutsche Synchronstimme Daniela Hoffmann aus einer unansehnlichen computeranimierten Spinne ein innerlich wunderschönes Wesen machen, das so großartig gewählte Worte sagt. Wir fiebern mit ihr mit, wir leiden mit ihr, und nicht nur ein paar werden Tränen verdrücken, wenn es zum Ende kommt. Ziel erreicht: Auch dieses Schweinchen Wilbur ist lustig. Und schön. Und eben traurig. Genau so, wie es sein soll.
Die deutschsprachige Filmseite
http://www.charlotteswebmovie.com/intl/de/