Tom DiCillos Meisterwerk übers Filmemachen. Ein Blick auf die Entstehung von Independentfilmen, mit all den Problemen, die damit verbunden sind.
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Ein Filmset. Szenen müssen abgedreht werden, um den Drehplan einzuhalten, doch Regisseur Nick Reve (Steve Buscemi) muss sich mit arroganten Schauspielern, unfähigen Technikern und schließlich auch noch mit seiner Mutter herumschlagen. Die Nerven liegen blank, und der Zwerg ist schlecht drauf.
Kritik
1995 geht ein kleiner Stern am Independenthimmel auf: Tom DiCillo dreht mit Living in Oblivion ein für die damalige Zeit typisches Low-Budget-Werk, das sich aber trotzdem von den anderen Filmen dieser Art positiv abhebt.
DiCillo macht es sich leicht und lässt den ganzen Film am gleichen Set spielen. Der Film besteht aus drei Teilen bzw. drei Szenen. Jede Szene befindet sich auf einer anderen Realitätsebene. In jeder Szene wechseln die Figuren teilweise ihre Rollen und Motivationen. Zusätzlich dreht der Regisseur in schwarzweiß, wechselt aber in den Film-im-Film-Szenen auf Farbe. Später dreht er den Spieß um.
Living in Oblivion kann als klassischer Ensemblefilm bezeichnet werden. Jede Figur, sei sie auch noch so klein, fügt sich schön ins Gesamtbild ein und wird durch den Regisseur zum Leben erweckt. Eine Wahnsinnsleistung legt Catherine Keener hin, die dem Regisseur auch bei späteren Werken treu bleiben sollte. Sie spielt die Actrice Nicole Springer mit all den Nuancen, welche die Rolle verlangt. Gerade ihre Figur ändert sich während des Films am drastischsten. Weiters zu erwähnen sind James LeGros, der den dämlichen Großkotz Chad Palomino perfekt in Szene setzt, und Dermot Mulroney, welcher als selbstverliebter, aber harmloser Kameramann die Lacher auf seiner Seite hat. Über Steve Buscemi muss man sowieso nichts sagen. Bis auf seine Bruckheimer-Ausrutscher ist der Mann fast fehlerlos.
Und jetzt kommt das Eigenartige: Tom DiCillo legt ein paar Jahre später mit The Real Blonde einen weiteren hervorragenden Blick auf die Zweite Reihe der Filmschaffenden hin. Trotzdem endet die Karriere des Regisseurs darauf hin abrupt: Außer einem Flop und ein paar Folgen für Monk oder Law & Order ist nix mehr drin. Schade, denn wer Living in Oblivion sieht, der weiß, was für ein Potential in diesem Mann steckt.