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Selbstzerstörung auf Raten
Neil Armfield lässt Heath Ledger und Newcomerin Abbie Cornish ein verzweifeltes Junkiepärchen spielen, bei dem der nächste Tag immer der erste ohne Drogen werden soll.


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etwas aufgewühlt war Miriam Daill

Candy (Abbie Cornish) ist ein gut aussehendes Mädchen aus wohlbehüteten Verhältnissen, das Malerin werden möchte. Ihr Freund Dan (Heath Ledger), ein selbsternannter Schriftsteller, kommt aus einer zerütteten Familie, ist ein Junkie und hängt ständig mit den falschen Leuten ab. Candy beginnt schließlich gemeinsam mit Dan Drogen zu nehmen. Dass sich beide ihre Sucht bald nicht mehr leisten können, ist nur der Anfang ihrer Probleme.

Kritik
Foto: Concorde Filmverleih
Von Anfang an fällt in Candy die gute Chemie zwischen Cornish und Legder auf. Ledger, der sich in Brokeback Mountain auf schauspielerischer Ebene selbst transformierte, beweist auch in Candy wieder einmal, dass er das Zeug zur Darstellung komplexer und schwieriger Charaktere definitiv hat. Genauso verhält es sich bei der international noch eher unbekannten Abbie Cornish, die Ledger in schauspielerischer Umsetzungsfähigkeit in nichts nachsteht. Die Drogenprobleme, die der eigentliche Ansatzpunkt der Geschichte sind, fungieren allerdings nur als Aufhänger für das Hervortreten eines lange verdrängten, tief liegenden familiären Streits. Die problematische Beziehung zwischen Candy und ihrer Mutter hätte Armfield vielleicht noch etwas genauer zeichnen können, da sie neben der Hauptstory untergeht, aber eigentlich einen nicht unwesentlichen Teil Candys zwischenmenschlicher Konflikte ausmacht.

Das quälende Moment, das Drogenfilmen oft anhaftet, ist in diesem Film an manchen besonders schwierigen Stellen überpräsent. Der zähe Kampf gegen die Abhängigkeit, immer wieder der Rückfall und danach ein erneuter Versuch, in der Hoffnung es diesmal zu schaffen, prägt die ganze Story. Allerdings fehlt so etwas wie ein Knackpunkt, an dem Candy zu etwas unverwechselbaren wird. Obwohl es in vielen Momenten so wirkt, als würde sich nun alles dazu entwickeln, schafft es Armfield doch nicht ganz, die Schwelle zu überschreiten. Eventuell könnte es auch daran liegen, dass sich Candy, verglichen mit Requiem for a Dream, nicht deutlich genug absetzt und dadurch eigenen cineastsichen Raum für sich beanspruchen könnte.

Dennoch: Armfield schafft sich mit Candy ein kleines Denkmal.
Website zu Candy
http://www.dendyfilms.com.au/candy/