Von Anfang an fällt in
Candy die gute Chemie zwischen
Cornish und
Legder auf.
Ledger, der sich in
Brokeback Mountain auf schauspielerischer Ebene selbst transformierte, beweist auch in
Candy wieder einmal, dass er das Zeug zur Darstellung komplexer und schwieriger Charaktere definitiv hat. Genauso verhält es sich bei der international noch eher unbekannten
Abbie Cornish, die
Ledger in schauspielerischer Umsetzungsfähigkeit in nichts nachsteht. Die Drogenprobleme, die der eigentliche Ansatzpunkt der Geschichte sind, fungieren allerdings nur als Aufhänger für das Hervortreten eines lange verdrängten, tief liegenden familiären Streits. Die problematische Beziehung zwischen Candy und ihrer Mutter hätte
Armfield vielleicht noch etwas genauer zeichnen können, da sie neben der Hauptstory untergeht, aber eigentlich einen nicht unwesentlichen Teil Candys zwischenmenschlicher Konflikte ausmacht.
Das quälende Moment, das Drogenfilmen oft anhaftet, ist in diesem Film an manchen besonders schwierigen Stellen überpräsent. Der zähe Kampf gegen die Abhängigkeit, immer wieder der Rückfall und danach ein erneuter Versuch, in der Hoffnung es diesmal zu schaffen, prägt die ganze Story. Allerdings fehlt so etwas wie ein Knackpunkt, an dem
Candy zu etwas unverwechselbaren wird. Obwohl es in vielen Momenten so wirkt, als würde sich nun alles dazu entwickeln, schafft es
Armfield doch nicht ganz, die Schwelle zu überschreiten. Eventuell könnte es auch daran liegen, dass sich
Candy, verglichen mit
Requiem for a Dream, nicht deutlich genug absetzt und dadurch eigenen cineastsichen Raum für sich beanspruchen könnte.
Dennoch:
Armfield schafft sich mit
Candy ein kleines Denkmal.