Kleine Helden, die für die Rettung der Welt und den Kampf gegen das Böse verantwortlich sind, gibt es nicht nur in
Herr der Ringe. Der neueste Fantasy-Ableger,
Eragon, beweist wieder, was für ein Glück wir haben, dass immer ein minderjähriger Verfechter des Guten zur Stelle ist, wenn man einen braucht. Jungbauer Eragon, von seinen Eltern verlassen und in eher rustikal-ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ist nämlich nicht nur der erste auserwählte Drachenreiter einer neuen Generation, sondern auch an Heldenmut kaum zu übertreffen. Schließlich kann man nicht von vielen 17-jährigen erwarten, dass sie vom Rücken eines Drachen aus die Menschheit vor Kreaturen wie dem bösen König Galbatorix und seinem nicht minder zwielichtigen Gehilfen, dem Zauberer Durza, beschützen. Die Streitkräfte der Bösen können sich aber auch wirklich sehen lassen, obwohl sich mehr als einmal der Vergleich mit den feindlichen Uruk-Hai aus
Peter Jacksons Romanverfilmung aufdrängt. Das liegt nicht nur an der frappanten Namensähnlichkeit – in
Eragon heißen die Schergen des bösen Herrschers Urgals – sondern auch am äußeren Erscheinungsbild. Und natürlich dürfen in einem Fantasy-Film auch Elfen nicht fehlen, die hier zwar nicht persönlich in Erscheinung treten, aber zumindest ihre geheime, magische Sprache für Zaubersprüche zur Verfügung stellen.
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| Zu einem Teil mutig, zu drei Teilen ein Narr: Gleich greift Eragon (Ed Speelers) alleine die feindliche Burg an |
Der eigentliche Star des Films ist aber Drache Saphira, der (oder eigentlich: die, denn wie wir gelernt haben, sind alle Drachen weiblich), kaum dem Ei entschlüpft, einem kleinen Hund ähnelt und sich im Laufe des Heranwachsens zu einer Art Pferd mausert. Auffällig ist dabei nicht nur der extrem schnell voranschreitende Wachstumsprozess, der – begleitet von ein paar Blitzschlägen, die das Wesen treffen – im wahrsten Sinn des Wortes im Flug abläuft, sondern auch die Tricks von Saphira. Mit speziellem Zoom-Blick, der noch dazu Wärmefelder (und damit auch die Feinde) sichtbar macht, bietet sie ihrem Reiter Hi-Tech-Komfort, auf den so manches Flugzeug stolz sein könnte. Wäre da nicht die teilweise etwas nervige Stimme (in der deutschen Fassung von Sängerin
Nena), die man dank der gedanklichen Verbindung zwischen Drache und Eragon immer wieder zu hören bekommt, dann könnte man das heldenhafte Flugtier, das sich letztendlich beinahe für seinen Reiter opfert, sogar fast sympathisch finden. So aber fällt es oft schwer, den teils nörgelnden, teils pathetischen Drachen wirklich zu mögen.
Jeremy Irons als Ex-Drachenreiter Brom hat da schon mehr Glück mit seiner Figur, denn die darf zuerst verwegen gegen den bösen König revoltieren, Reiternachwuchs Eragon vor den Urgals retten und dann zu guter Letzt auch noch den Heldentod sterben. Was könnte man mehr erwarten von einem guten Fantasy-Charakter? Eragon selbst ist da nicht annähernd so cool, was auch daran liegen mag, dass er bei jeder sich bietenden Gelegenheit verzweifelt versucht, sich zu opfern. Das mag ihm jedoch – aufgrund seiner noch nicht ganz ausgereiften Zauberfähigkeiten – nicht so wirklich gelingen. Aber keine Angst, dem vorprogrammierten Happy-End tut das trotzdem keinen Abbruch.
Zwar ist
Eragon keine wirkliche Neuheit am filmischen Fantasy-Himmel, aber immerhin darf man sich eine nette, kinderfreundliche Geschichte erwarten, in der ein blond gelockter Held aufopferungsbereit Mädchen in Not rettet und dabei auch manchmal seinen (mehr oder weniger) muskulösen Oberkörper der Öffentlichkeit präsentiert. Zumindest das weibliche Teenager-Publikum wird seine Freude haben.